Ehrenamtliche helfen bei Sanierung der Stadtkirche, die Kosten im Rahmen zu halten

Klopfen an der Kirchwand

Drei vom harten Kern: Ines Riedel (rechts), Kerstin Nordmeyer (oben) und Werner Nolte bei ihrem Einsatz am Dienstag in der Sakristei der Wolfhager Stadtkirche. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Hammer und Spachtel gehören zu ihren wichtigsten Werkzeugen: Bei der Sanierung der Wolfhager Stadtkirche Sankt Anna sind auch Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde im Einsatz und leisten in ihrer Freizeit einen Beitrag, damit die Kosten im Rahmen bleiben.

Zwölf bis 15 Leute gehören zum harten Kern der ehrenamtlichen Arbeiter, sagt Pfarrer Hans Jürgen Basteck, der seitens der Kirchengemeinde für die Sanierung des Gotteshauses zuständig ist. Vor allem am Wochenende sind sie aktiv, aber auch während der Woche in Bereichen, in denen sie den Handwerkern der engagierten Firmen nicht in die Quere kommen.

Sechs Container Bauschutt

Am späten Dienstagnachmittag rücken Ines Riedel, Kerstin Nordmeyer und Werner Nolte an, um in der alten Sakristei Putz von den Wänden zu klopfen. Hier haben Freiwillige bereits mit schwerem Gerät eine Zwischendecke herausgeschlagen, den alten Schornstein abgetragen. „Sechs Container Bauschutt haben wir mit Eimern rausgetragen“, sagt Werner Nolte.

Es ist aber nicht nur pures Schuften. Ines Riedel: „Da ist auch geschichtliches Interesse. Es ist wirklich spannend, wenn man so etwas findet wie ein altes Fenster unter dem Putz. Und auch das Bewusstsein, man erhält etwas, was schon 700 Jahre alt ist, für spätere Generationen, ist für mich ganz wichtig.“

Der ehrenamtliche Einsatz hilft Geld zu sparen: Im aktuell laufenden vierten Bauabschnitt sind 49 000 Euro einkalkuliert, insgesamt, so Pfarrer Basteck beträgt der Posten Eigenleistung im Rahmen des Zwei-Millionen-Projekts 73 000 Euro.

Am kommenden Samstag steht die große Reinigung auf dem Programm der Helfer. Das Gerüst im Kirchenschiff ist dann komplett abgebaut. Die Pappen zum Schutz des Bodens kommen raus, Boden und Bänke gilt es, vom Staub zu befreien. Und: „Wir überlegen, ob wir die 40 Bänke im Kirchenschiff selbst streichen können“, sagt Basteck. Da werden wohl noch Zusatzschichten fällig: „Wir stehen unter einem gewissen Zeitdruck“, erklärt der Pfarrer. „Wir müssen bis zum vierten Advent alles zur Nutzung fertig haben, dann kommt unser Bischof zur Einweihung.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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