Parlament fasst Beschluss - Modalitäten und Finanzierung weiter unklar

Ja zum Klostermuseum

Zukunft ungewiss: Wie es mit dem Klostermuseum Merxhausen weitergeht, ist auch nach positivem Beschluss der Gemeindevertretung nicht sicher, denn die Finanzierung ist weiter ungeklärt. Foto: Archiv

Bad Emstal. Jetzt gibt es zwar einen Beschluss für das Klostermuseum im ehemaligen Gutshof der Vitos Kurhessen, doch ob die Pläne des Kultur- und Geschichtsvereins, der das jetzige, viel zu kleine Museum in Merxhausen eingerichtet hat und mit Erfolg betreibt, tatsächlich umgesetzt werden können, steht weiter in den Sternen.

Denn trotz der grundsätzlichen Zustimmung des Bad Emstaler Parlaments am Donnerstagabend - mehrheitlich gegen die Stimmen der Fraktion der Bürgerliste und eine von Bündnis 90/Die Grünen - könnte das Projekt an der fehlenden Finanzkraft der Gemeinde scheitern. Etwa 270 000 Euro wären für die Einrichtung nötig, die Kommune müsste davon über 130 000 Euro aufbringen. Bad Emstal aber hat für freiwillige Aufgaben keinen Spielraum mehr. Bei nicht ausgeglichenem und noch nicht genehmigtem Haushalt wäre ein Nein der Aufsichtsbehörde denkbar, ebenso die Ablehnung des Landes Hessen, unter dessen Rettungsschirm die Gemeinde schlüpfen will.

Kritik: Fakten fehlen

Dies führte insbesondere Sascha Göhlich für die Bürgerliste ins Feld. Durch den Beschluss, dem ein Änderungsantrag der SPD zugrunde lag (siehe unten), verpflichte sich die Gemeinde zur Einrichtung des Museums, bevor Konzept und vertragliche Modalitäten, die laut SPD-Antrag durch den Gemeindevorstand mit der Vitos Kurhessen und dem Kultur- und Geschichtsverein noch zu klären sind, konkretisiert seien.

Man fasse, so erklärte Göhlich zwar den Beschluss pro Klostermuseum, bekomme dann aber vielleicht „von oben gesagt“, dass das nicht gehe. Göhlich forderte Zahlen und Fakten: „Wir brauchen ein Konzept, dass wir auch durchkriegen.“

Der Vorschlag der Bürgerliste, mit einem Beschluss bis zur Dezembersitzung zu warten und bis dahin nochmals alle denkbaren Möglichkeiten einer detaillierten Prüfung zu unterziehen, wurde abgelehnt.

Aktive Unterstützung für die vielen Vorstöße des Geschichtsvereins in der Vergangenheit vermisste Elisabeth Theiss (Bündnis 90/Die Grünen). Am Konzept für das neue Klostermuseum arbeite der Verein seit mehr als vier Jahren intensiv, seit dieser Zeit wisse auch der Gemeindevorstand davon. Dennoch liege der Gemeindevertretung immer noch kein organisatorisches Konzept für die Umsetzung vor, das nicht die Ehrenamtlichen des Vereins zu erstellen hätten, sondern die Gemeinde als künftige Trägerin der Einrichtung. Echte Unterstützung, sagte Elisabeth Theiss, sehe anders aus. So müsse das Parlament jetzt über etwas abstimmen, das „sehr nebulös ist“, weil man die Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt nicht kenne. „Klar ist nur, es kostet Geld, das wir nicht haben.“

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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