Hunderte Besucher

Oldtimer-Freunde trafen sich in Neukirchen

Fans alter Landmaschinen: Beim Oldtimer-Treffen in Neukirchen interessiereten sich Ranja Reuter (von links) und Anni, Christiana, Tim und Toni Süsser für die alten Schätzchen. Fotos:  Haaß

Neukirchen. Der typisch knatternde Klang alter Treckermotoren und der Geruch nach Diesel beherrschten am Wochenende das Bild auf dem Festplatz Birkenallee in Neukirchen.

Die Oldtimerfreunde Urbachtal hatten zum siebten Mal Gleichgesinnte zum Treffen in die Knüllstadt eingeladen. Das Treffen in Neukirchen zählt zu einem der größten im Schwalm-Eder-Kreis.

Knapp 300 historische Fahrzeuge standen dicht an dicht auf dem Platz und zogen zwei Tage lang neugierige Blicke auf sich. Überwiegend Oldtimerfreunde aus der Region präsentierten ihre alten Schätzchen, aber auch aus Friedberg und Magdeburg waren Sammler mit Traktoren angereist. Vom alten Lanz, über Fendt und Deutz bis hin zu den Qualitätsprodukten der Firma Schlüter war die ganze Bandbreite in Deutschland produzierter Landtechnik vertreten. Neben den landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen und Maschinen gab es auch schmucke Autos und Motorräder zu bestaunen, unter anderem ein VW-Käfer im Originalzustand.

Hunderte Besucher nutzten bei strahlendem Frühlingswetter insbesondere den Sonntag für einen Muttertagesausflug der ungewöhnlichen Art - die alte Technik begeisterte Jung und Alt gleichermaßen. Über Motorhauben und Kotflügel hinweg wurde gefachsimpelt, diskutiert und manchmal auch in alten Erinnerungen geschwelgt. Konrad Schmerer aus Seigertshausen entdeckte auf den Platz einen alten Deutz F1L514 und erinnerte sich an seine Lehrjahre 1956 bei der Firma Dülfer. Damals sei er von der Juniorchefin regelmäßig zur Firma Deutz nach Köln gefahren worden, um direkt am Werk neue Schlepper für de Schwälmer Landwirte abzuholen: „Wir sind bei Wind und Wetter gefahren. Zwölfeinhalb Stunden durch den Westerwald mit zwanzig Kilometern in der Stunde.“

Stilecht schon die Anmeldung auf dem Gelände: Ein tarnfarbener MAN 630 diente als mobiles Büro. Der früher bei der Bundeswehr gelaufen Lkw - im Soldatenjargon liebevoll Emma genannt - gehörte Marcel Brunaux und war bis ins letzte Detail so gut wie originalgetreu erhalten. Mancher am Wochenende ausgestellte Schlepper wirkte wie frisch aus der Fabrik gerollt, anderen dagegen sah man die jahrzehntelange Arbeit in Feld, Wald und Flur an. „Sobald ein Fahrzeug älter als 30 Jahre ist, gilt es als Oldtimer“, erklärte Vereinsvorsitzender Erhard Süsser aus Asterode, selber stolzer Eigentümer eines Deutz aus dem Jahr 1962, einem sogenannten Knubbel.

Ältester Traktor auf dem Platz war ein McCormik Deering von 1923 mit 20 PS. Schnellster Schlepper der getunte Hannomag-Traktor von Rudolf Wehner mit einer Spitzengeschwindigkeit von 100 Kilometern in der Stunde - wohlgemerkt alles vom Tüv abgesegnet.

Von Matthias Haaß

Treffen der Oldtimer-Fans in Neukirchen

Quelle: HNA

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