Im Dorf an der Weidelsburg feierte man über Pfingsten zum 267. Mal das Schützenfest

Schützenfest in Ippinghausen: Knecht als Zuchtmeister

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Unterwegs mit der Lade: In dem Kasten befinden sich die Statuten der Schützen.

Ippinghausen. Stephan Opfermann, Knecht der „ältesten oder ersten“ Ippinghäuser Schützenbruderschaft, hatte wieder einmal alle Hände voll zu tun. Denn dem Knecht obliegt es beim Ippinghäuser Schützenfest, das über Pfingsten zum 267. Mal gefeiert wurde, mit dem Zuchtstock, der Pritsche, für Ordnung zu sorgen.

Wenn die Oberbekleidung der Brüder nicht akkurat sitzt oder beim Antreten während der „Parad“ sowie bei den Umzügen durch das Dorf Schützenbrüder „sittenlos“ aus der Reihe tanzen, verteilt der Knecht leichte Schläge auf das Hinterteil.

Hiebe mit der Pritsche gibt es auch, wenn die Schützenbrüder bei den Zwischenstopps bei den Stelleninhabern das Kommando „Einschütten - austrinken“ zu eifrig befolgen. Kurzum: Wer gegen die in „Ordnung und Articulu“ festgeschriebenen strengen Regeln verstieß, bekam gnadenlos die Pritsche zu spüren.

Nachdem bereits am Mittwoch- und Donnerstagabend allen Haushalten ein Ständchen gespielt worden war, begann das Schützenfest am Freitagabend mit einem Fackelzug der Kinder. Dann ging es ins Haus des Gastes, und das drohte aus allen Nähten zu platzen. Grund dafür war die fantastische Show von Anni Perka, bekannt aus der TV-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ sowie als Helene-Fischer-Double.

Marsch durchs Dorf

Am Samstagmittag wurden in brüderlicher Zugformation die Lade mit den Statuten und die beiden Fahnen bei den jeweiligen Stelleninhabern abgeholt. Nach dem Appell am späten Nachmittag gab es erneut einen langen Marsch durch das Dorf. Neben dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Naumburger Stadtkapelle gab es dabei auch Begleitung in historischen Kostümen durch Abordnungen der Schützengilde 1593 Freienhagen und des Schützenvereins 1627 Wetterburg. Am Abend spielte die Showband Spitzbuben zum Schützentanz auf.

Weckruf

Das Sonntagsprogramm begann bereits um 7.30 Uhr mit dem musikalischen Weckruf für die Stelleninhaber. Es folgten Gottesdienst und Schützenfrühstück. Am Nachmittag herrschte auf dem Festplatz Jahrmarktstrubel für Jung und Alt. Für die kleinen Besucher gab es Spiel und Spaß.

Bilder vom Schützenfest

Schützenfest in Ippinghausen

Während dieser Zeit hatten sich die Schützenbrüder zur Klausur zurückgezogen, um die neuen Funktionsstellen „zu verkaufen“ (Bericht in unserer morgigen Ausgabe). Am Abend gab es erneut ein rappelvolles Haus des Gastes, denn da heizte die Showband „Bamberger“ ein. (zih)

Quelle: HNA

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