Knödel und Krankenhaus: FWG-Kandidat Markus Opitz im Wahlkampf

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Gespräche bei der Essensausgabe: Bürgermeisterkandidat Markus Opitz (FWG) mit Armin Schultze, der regelmäßig im Einladen zu Mittag isst.

Homberg. Kein Namensschild, keine Wahlplakate, keine Werbeheftchen: Für die meisten Gäste des Einladens ist Markus Opitz an diesem Mittwoch jemand, der bei der Essensausgabe hilft. Einer, der ihnen ihre Teller mit Knödel, Gulasch und Soße befüllt.

Und für Markus Opitz ist es eine Chance, um auf den Einladen am Obertor aufmerksam zu machen, sagt er. Opitz will in Homberg Bürgermeister werden. "Die mediale Aufmerksamkeit während des Wahlkampfs will ich nutzen", betont er. Deshalb habe er zum Pressetermin in den Einladen geladen und nicht zum Haustürwahlkampf. "Weil die Einrichtung so grandios ist und jede Stadt sich glücklich schätzen kann, so etwas zu haben", erklärt Opitz. "Die, die am Wenigsten haben, muss man unterstützen. Hier geht es nicht darum, die Wahlkampfschürze zu tragen."

Ihm sei es wichtig, auf die Probleme der Menschen aufmerksam zu machen, betont Opitz. Es sei zum Beispiel nicht zu verstehen, warum es für das Fahrzeug der Tafel keinen Anwohnerausweis von der Stadt gebe. "Es kann doch nicht sein, dass man ständig Gefahr läuft, einen Strafzettel zu bekommen, während man dabei ist, Gutes für die Menschen der Stadt zu tun." Ein Anwohnerausweis müsse für das Fahrzeug des Einladen selbstverständlich sein. Überhaupt könne die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Einladen besser laufen, erfährt er von den Mitarbeitern.

Opitz erfährt noch mehr zwischen Küche und Essensausgabe: Dass sich viele Menschen in Homberg trotz des neuen Ärztehauses medizinisch nicht gut versorgt fühlten, das sieht auch Viktoria Koch so. "Homberg fehlt das Krankenhaus", sagt Koch. Gemeinsam mit ihr und Rosa Pfoo ist Opitz in der Küche im Einsatz. Bis zu 40 Essen werden an diesem Tag ausgegeben. "Hier kann jeder zum Essen kommen", sagt Rosa Pfoo. Das Angebot sei beliebt, doch könnten noch mehr Gäste kommen, fügt sie an.

"Es ist toll, dass es hier ein Angebot gibt, das die Chance bietet, Hemmschwellen zu überwinden", sagt Opitz. "Hier entsteht Miteinander und das nicht nur beim Mittagessen." Die Kosten für das Essen halte man so gering wie möglich, um auch Leuten mit kleinem Geldbeutel den Restaurantbesuch zu ermöglichen, erklärt Jürgen Kurz vom Diakonischen Werk: "Maximal zwei Euro pro Portion."

Bald hat sich rumgesprochen, dass Opitz kein neuer Mitarbeiter, sondern einer der fünf Bürgermeisterkandidaten ist. Manche Gäste wünschen ihm Glück, andere sagen, sie hätten sein Gesicht von den Wahlplakaten erkannt. Einige machen ihrem Ärger Luft: Homberg brauche wieder einen Stadtbus und vor allem mehr Angebote für Jugendliche und Veranstaltungen für Kinder. "Solche, die nicht so teuer sind", sagt eine Frau.

Während der Gespräche reicht Opitz immer wieder Essen weiter, kassiert, füllt Gläser und hilft beim Abräumen. Es gebe viel zu tun, sagt er - und damit meint er wohl nicht nur die Arbeit im Einladen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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