Zwei Jubiläen in kurzer Zeit: Stadt erinnert in diesem Jahr an die Ersterwähnung

Knüller feiern viele Feste

Idyllische Lage im Knüll: Noch heute gibt es in Schwarzenborn viele Spuren der Vergangenheit. Nachdem vor sieben Jahren 675 Jahre Stadtrechte gefeiert wurden, soll in diesem Jahr an die Ersterwähnung vor 700 Jahren erinnert werden. Foto: Grede

Schwarzenborn. Hessens kleinste Stadt feiert die Feste wie sie fallen: 2004 wurde 675 Jahre Schwarzenborn gefeiert. Und es ist kein Rechenfehler, wenn in diesem Jahr – genau sieben Jahre später – eine 700-Jahr-Feier auf dem Programm steht.

Es gibt keine neue Zeitrechnung in Schwarzenborn. Das stellte Bürgermeister Jürgen Kaufmann im Gespräch mit der HNA klar. Während 1979 und 2004 mit großem feierlichen Aufwand der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1329 gedacht wurde, soll in diesem Jahr die erste urkundliche Erwähnung des Ortes die Basis für eine Jubiläumsfeier bilden.

Ein Gutachten des Hessischen Staatsarchivs, das laut Datierung dem Magistrat bereits 1979 anlässlich der 650-Jahr-Feier vorlag, belegt nämlich, dass Schwarzenborn erstmals im Jahr 1311 – vor 700 Jahren – erwähnt wird.

In diesem Dokument, das dem Kloster Immichenhain zuzuordnen ist, wird ein „Gerlach von Ludere, Sholtheise zu Schwarzenburnin“ erwähnt. Der damalige Gutachter des Staatsarchivs, Archivdirektor Dr. Eckhardt, geht noch einen Schritt weiter: „Da es 1311 in Schwarzenborn einen Schultheißen gibt, ist der Ort vermutlich bereits Stadt.“ Sicher sind sich dieser Historiker wie auch der aktuelle Gutachter des Staatsarchivs, Dr. Hermann Langkabel, über das Datum der Ersterwähnung Schwarzenborns: das Jahr 1311.

Die 650- wie auch die 675-Jahr-Feier basierten auf einer Urkunde aus dem Jahre 1329. Dort wird Schwarzenborn als Stadt erstmals ausdrücklich erwähnt. Die Besiedlungsgeschichte reicht allerdings noch weiter zurück. Einst gab ein Brunnen im dunklen Basaltgestein der Stadt ihren Namen „Suarcenbrunnen“. Die Grafen von Ziegenhain nutzten den Ort in der kargen Knülllandschaft im 14. Jahrhundert als östlichen Grenzstützpunkt gegen die Landgrafschaft Hessen und die Klöster Hersfeld und Fulda.

Schwarzenborn wird seiner Chronik also ein weiteres Datum hinzufügen: 2011 wird es eine 700-Jahr-Feier geben. Das beschlossen die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung. Gemeinsam mit der Vereinsgemeinschaft soll nun die Feierlichkeit geplant werden.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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