Knüllwald: Gefahrgutunfall im Industriegebiet

Remsfeld Zu einem Gefahrgutunfall kam es späten Freitagabend in einem Logistikunternehmen im Industriegebiet Remsfeld. Bei Verladearbeiten in einer Lagerhalle war mit einem Gabelstapler ein Sack mit Granulat beschädigt worden.

Etwa fünf Kilogramm des giftigen Stoffes verteilten sich auf dem Hallenboden. Bei dem Gefahrgut handelt es sich um Preventol CMX, einen Stoff der bei direktem Hautkontakt oder beim Einatmen Verätzungen, bzw. Lungenschädigungen, verursachen kann. Es kann bis zu 48 Stunden dauern, bis diese Schädigungen auftreten.

Kurz nach 1 Uhr veranlasste ein Arbeiter die Alarmierung der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Nachdem erkundet worden war, um welchen Stoff es sich handelt, gingen zwei Einsatzkräfte ausgerüstet mit Atemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen in die Halle und packten die Reste des Granulats in ein Fass.

Die betroffene Halle wurde mit mehreren Hochdrucklüftern belüftet. 13 Personen, die sich zum Unfallzeitpunkt in der Halle aufgehalten und mit dem Stoff in Berührung gekommen waren, wurden zur Kontrolle ins Krankenhaus nach Schwalmstadt gebracht. Sie werden dort 48 Stunden überwacht, um auszuschließen, dass bei ihnen eine Gesundheitsschädigung vorliegt.

Mit Rettungswagen aus Knüllwald, Homberg und Bad Hersfeld wurden die Betroffenen in die Klinik gebracht. Zur Versorgung eventueller Verletzter war auch der Notarzt aus Melsungen in Remsfeld. Die Koordination der Transporte und Sichtung der Betroffenen übernahmen der Leitende Notarzt und der Organisationsleiter Rettungsdienst.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Knüllwald und Homberg. Auch der Dekontaminationszug. Insgesamt waren 69 Feuerwehrleute unter der Leitung von Gemeindebrandinspektor Carsten Löffler im Einsatz. Bürgermeister Jörg Müller, Knüllwald, überzeugte sich vor Ort von den Rettungs- und Einsatztätigkeiten und davon, dass keine weitere Gefährdung für Menschen und Umwelt bestand. Fachlichen Rat, zur Vorgehensweise bei Unfällen mit diesem Stoff, holte sich die Einsatzleitung bei Spezialisten der Firma Merck in Darmstadt.

Bilder vom Einsatzort der Feuerwehr

Gefahrgutunfall in Knüllwald

Gegen 4 Uhr am Samstagmorgen wurde die Halle von der Einsatzleitung wieder freigegeben und die wartenden Lastwagen konnten wieder be- und entladen werden. (zot)

Quelle: HNA

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