Gemeinde baut die kommunale Wohnungsbauförderung um

Knüllwald will Altbausanierung stärker fördern

Bauten mit der Förderung: Jennifer und Andreas Melzer mit Tochter Inga, vor dem Neubau in Rengshausen, in den sie einzogen. Foto: Archiv/Thiery

Knüllwald. Knüllwald will den Leerstand in den Ortskernen verbessern und die Sanierung von Altbauten stärker fördern. Bis zu 12 000 Euro kann eine Familie mit zwei Kindern bekommen, wenn sie ein Haus kauft, das vor 1950 gebaut wurde und es saniert. Kinder bekommen weiter eine Förderung, pro Kind zahlt die Gemeinde 1500 Euro beim Neubau oder Kauf eines alten Hauses.

Die Gemeindevertreter wollen das neue Programm in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag, 12. Dezember, beschließen.

Ziel sei die Stärkung der Altbausanierung in den Dörfern , erklärte Ursula Franz, Mitarbeiterin der Gemeinde Knüllwald und für das Projekt verantwortlich. Es soll ein Anreiz sein, alte Fachwerkhäuser in den Ortskernen günstig zu kaufen und zu sanieren. Damit könnte dem Leerstand entgegen gewirkt werden. „Wir wollen weiter fördern, aber gezielter“, sagte Franz. Die Gemeinde Knüllwald hatte die Wohnungsbauförderung im Jahr 2009 beschlossen.

Ziel war es damals, dem Bevölkerungsrückgang in der Gemeinde entgegen zu wirken und junge Familien in den Knüll zu locken. Als Anreiz konnte eine Familie mit zwei Kindern, die neu baute, über acht Jahre verteilt 16 000 Euro bekommen. So viel ist nun nicht mehr drin. Maximal gibt es mit der neuen Möglichkeit 12 000 Euro, falls die Familie zwei Kinder hat (1500 Euro pro Kind).

Auf der bisherigen Basis sei das Konzept nicht mehr tragbar. Wegen der finanziellen Situation im Haushalt will die Gemeinde sparen. Das Konzept an sich sei in der Vergangenheit sehr erfolgreich gewesen. 19 Erwachsene und 32 Kinder profitierten von dem Vorhaben. 416 000 Euro gab die Gemeinde dafür frei.

50 weitere Anträge werden zurzeit bearbeitet (180 000 Euro), sind aber noch nicht genehmigt. 27 Menschen zogen darauf hin in die Gemeinde. Zurzeit hat Knüllwald 4510 Einwohner (Stand Juni 2013), zwei Jahre vorher waren es noch 4626 Einwohner. gewesen.

Bürgermeister Jörg Müller hofft mit der Änderung die alte Bausubstanz in den Dörfern zu erhalten. Leerstand gebe es im Knüll vor allem in Ellingshausen, Völkershain und Nenterode. Schellbnach, Berndshausen oder Remsfeld seien nicht davon betroffen. Das Programm sei sehr teuer, rechne sich aber über die Gebühren. Das Ergebnis sei bisher erfolgreich gewesen. „Den demografischen Wandel können wir damit nicht aufhalten“, meinte er. Aber weiter Menschen in die Gemeinde holen oder sie halten.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Kommentare