Kandidaten im Wahlkreis 7

Lesertreff in Gudensberg: Die Koalitionen stehen

Gudensberg. Die Koalitionsverhandlungen scheinen weitgehend abgeschlossen. Während des Lesertreffs zur Landtagswahl waren sich die Kandidaten im Wahlkreis 7 schon mal einig, welchen der anderen Mitbewerber ums Direktmandat sie wählen würden.

Wenig überraschend entschieden sich Günter Rudolph (SPD) für Dr. Bettina Hoffmann (Grüne) und umgekehrt. Auch Reinhold Hocke (FDP), der kurzfristig für den erkrankten Nils Weigand eingesprungen war, und Mark Weinmeister (CDU) erwählten einander.

Sollte es nach dem persönlichen Befinden der Kandidaten gehen, würde es zwischen den Freien Wählern (Markus Opitz) und den Linken (Jochen Böhme-Gingold) gut funktionieren. Einen grundehrlichen Typ nannte Opitz sein Gegenüber. Markus Opitz höre nicht nur zu, erdenke auch nach, erwiderte der zuerst gelobte Böhme-Gingold. Marcel Duve könnte sich – wenn überhaupt – mit dem Konzept der Freien Wähler anfreunden. Das sei nach den Positionen seiner Piraten gerade noch akzeptabel.

Die launige Schlussrunde war das Ende eines unterhaltsamen Abends, der von den HNA-Redakteuren Claudia Brandau und Olaf Dellit im Gudensberger Bürgersaal vor 140 Gästen moderiert worden war.

Zuvor debattierten die sieben Direktkandidaten über Themen wie Fracking, das gegliederte Schulsystem und Griechenlandhilfen. Die erwartet hoch gehängten Themen wie A 49-Weiterbau und Flughafen Calden brauchten bis zum Schluss nur wenig Gesprächszeit. Was denn mit seinen Verkehrsministerambitionen sei, wollte Olaf Dellit von Günter Rudolph wissen. „Erst müssen wir den Bären erlegen.“ Personaldebatten würden dann inden Koalitionsgesprächen geführt. Da wäre dann auch Bettina Hoffmann dabei. Die Grüne-Direktkandidatin ärgere sich übrigens nicht über den Veggie-Day-Vorstoß der Bundes-Grünen. „Der Tag sollte weder Zwang sein, noch überall eingeführt werden.“ Vielmehr sei er als Anregung gedacht gewesen und stehe bereits seit Jahren im Parteiprogramm.

FW wollen Mitbestimmung

Sowohl Freie Wähler als auch Piraten stellten die Mitbestimmung in den Mittelpunkt ihrer Politik. Die Einwohner müssten endlich mehr beteiligt werden, forderte Marcel Duve.

Der Linken-Politiker Böhme-Gingold wollte den Machthabenden und Reichen Dampf machen. Mark Weinmeister untermauerte nochmals seine Entscheidung für eine Abgeordnetentätigkeit. Er wolle näher dran sein am Wahlkreis und mehr Zeit dort verbringen.

Hitziger Auftakt

Hitzig wurde es gleich zu Beginn. Bernd Otto aus Treysa wollte von den Kandidaten wissen, ob ein Fracking-Verbot Teil des Wahlprogramms ist. Mit der Antwort war er nicht vollends zufrieden. Bis auf Reinhold Hocke gaben alle Vertreter an, das dies so sei. In allen sieben Wahlprogrammen finden sich tatsächlich Aussagen. Bei der CDU heißt es dazu: Solange man nicht Gesundheits- und Umweltrisiken ausschließen könne, dürfe es keine Erlaubnis geben.

Die FDP will kein Fracking-Verbot, die anderen Parteien haben es bereits ins Wahlprogramm aufgenommen.

Von Damai D. Dewert

Fotos vom Lesertreff

HNA-Lesertreff zur Landtagswahl in Gudensberg

Quelle: HNA

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