Borkener plant eine 740-Kilometer-Wanderung nach  Österreich

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Er plant die nächste große Tour: Noch steht Thomas Koch im Garten in Borken, doch bald zieht er los Richtung Österreich – zu Fuß.

Borken. Wenn Thomas Koch ein paar Wochen weg war und dann in Badeschlappen an die Arbeit kommt, wissen seine Kollegen im Diakoniezentrum Hephata Bescheid: Thomas Koch war wieder wandern.

Zurzeit plant der 49-Jährige aus Borken seine längste Tour. Er möchte von zuhause aus bis in Borkens Partnergemeinde Hüttschlag im Salzburger Land (Österreich) wandern. Die Idee kam vom dortigen Bürgermeister Hans Toferer. Ihm erzählte Koch von einer vergangenen Wanderung nach München, und Toferer entgegnete, dann sei es bis Hüttschlag ja auch nicht mehr weit.

740 Kilometer in 23 Etappen

An die 740 Kilometer ist die Strecke lang, die sich Koch vorgenommen hat. In 23 Etappen will er sie ab dem 16. Juni bewältigen, die anfangs länger als 30 Kilometer sind, im späteren Teil der Reise zwischen 20 und 30 Kilometern. Zweimal wird Koch hohe Berge überwinden müssen.

Zurzeit plant er die Etappen. Er schweißt Landkarten regensicher ein und kümmert sich um Unterkünfte, was in manch kleinem Ort nicht immer einfach ist. In einem Fall wurde ihm ein Kontakt zu einem anderen Wanderer vermittelt, der versprach, ihn über Nacht aufzunehmen. Für die Übernachtungskosten hofft Koch noch auf Sponsoren, weil doch eine hohe Summe zusammenkomme.

14 Tage Mallorca, Ballermann und Sangria? So etwas komme für ihn heute nicht mehr in Frage, sagt Koch. Die Touren zu Fuß seien für ihn viel erholsamer.

Er war in Köln, in München, auf dem Jakobsweg und in Schottland unterwegs. Und immer auch ein bisschen auf dem Weg zu sich selbst. Für viele Probleme, die ihn zuhause oder an der Arbeit beschäftigen, finde er unterwegs plötzlich ganz einfache Lösungen.

Manchmal laufen Kinder mit ihm ein Stück des Weges oder andere Wanderer teilen eine Strecke mit ihm. Doch meistens ist Thomas Koch auf sich gestellt. Und doch sagt er: „Ich habe manchmal gedacht: Du läufst nicht allein.“

Koch erinnert sich an eine Situation, als er den Weg verloren hatte und Gott um Hilfe bat. Kurz darauf tauchte ein Mann auf und gab ihm Auskunft. Der Wanderer aus Borken hat auf seinen Touren immer die Losungen dabei, das sind Bibelstellen für jeden Tag des Jahres.

Wenn alles klappt, ist Thomas Koch am 8. Juli in Hüttschlag. Es könnte sein, dass seien Füße dann zerschunden sind und er wieder Badeschlappen trägt, wenn er wieder seine Stelle als Betriebsmaler in Hephata antritt.

• Kontakt: Thomas Koch, Tel. 01 62/96 51 55 8.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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