Amtsgericht: 37-jähriger Mann muss insgesamt 1200 Euro Strafe zahlen

Körperverletzung: Blessuren am Kopf

Treysa. Wegen Körperverletzung muss ein 37-järhiger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain 1200 Euro Strafe zahlen. Eingestellt wurde das Verfahren gegen ihn wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften. Das entschied am Donnerstag das Amtsgericht in Treysa.

Dem gelernten Maler und Lackierer, der zur Zeit arbeitslos ist, wurde vorgeworfen, im Februar vergangenen Jahres kinderpornografische Schriften in Form von Bilddateien aus dem Internet heruntergeladen zu haben.

Neun Monate Gefängnis

Desweiteren wurde der 37- Jährige beschuldigt, ebenfalls im Februar vergangenen Jahres seine Lebensgefährtin in Form von Schlägen körperlich misshandelt zu haben. Zu beiden Vorwürfen schwieg der Angeklagte, der bereits unter anderem wegen Diebstahls, Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und mehrfacher Trunkenheit im Verkehr vorbestraft ist und bereits neun Monate im Gefängnis saß.

Dem Richter stellte sich die Frage, ob der Angeklagte selbst kinderpornografische Bilder heruntergeladen und angeschaut haben könnte oder ob es eine andere Person gewesen sein könnte. Denn zu diesem Vorwurf gegen den Angeklagten sagte seine Lebensgefährtin aus, dass zum Tatzeitpunkt häufig Besuch im Haus war und ihr Laptop zu jeder Zeit frei zugänglich war.

„Sie war sehr aufgeregt und wollte nicht nach Hause. Auf den zweiten Blick konnte man eine leichte Schwellung im Gesicht erkennen.“

Eine Zeugin

Eindeutiger dagegen äußerten sich Zeugen im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Körperverletzung. Einmal sei die Frau sehr aufgeregt gewesen und habe nicht nach Hause gewollt. Auf den zweiten Blick konnte man eine leichte Schwellung im Gesicht erkennen, erklärte eine ehemalige Vorgesetzte des Opfers. Auch die Kollegin, die die ehemalige Altenpflegerin zur Polizei nach Homberg begleitete, konnte Blessuren erkennen: „Sie hatte eine Beule am Kopf und klagte über Bauchschmerzen.“

Bei der Polizei angelangt, wollte das Opfers jedoch nichts mehr sagen und schwieg. Es sei ein schwieriger Fall gewesen, erklärte eine Polizistin. Aufgrund der Aussagen dieser und weiterer Zeugen plädierte der Staatsanwalt für die Anklage der Körperverletzung auf eine Freiheitsstrafe von vier Monaten.

Widersprüchliche Aussagen

Der Verteidiger hingegen sah die Tat nicht eindeutig nachgewiesen und verlangte wegen der zum Teil widersprüchlicher Aussagen einen Freispruch des Angeklagten.

Die Anklage wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften wurde wegen der zu erwartenden Verurteilung im Falle der Körperverletzung und unklarer Sachlage vorläufig eingestellt.

Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 10 Euro.

Von Lukas Krämer

Quelle: HNA

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