Kommentar zur Abmahnungswelle in Diakoniezentrum: "Pflege als Industrie"

Frielendorf. Seit November besteht im Frielendorfer Diakoniezentrum ein freiwilliger Belegungsstopp für schwerpflegebedürftige Menschen. Jetzt sehen sich Mitarbeiter der Einrichtung mit einer Abmahnungswelle konfrontiert. Sie hatten mit einem Schreiben auf Missstände aufmerksam gemacht. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Sylke Grede.

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Der Pflegenotstand ist kein undefinierbares Gespenst, das umgeht, sondern spürbare Realität in der Region. Unterbesetzt, überbelastet – so zeigen sich die Frielendorfer Pflegekräfte. Sichtbar werden Arbeitsbedingungen, die an die Substanz gehen und auf dem Rücken der anvertrauten Menschen ausgetragen werden.

Sinkende Arbeitsmoral, Erschöpfung und Krankheit – vielleicht auch Mauscheleien, die Abmahnungen rechtfertigen – sind da natürliche Abwehrmechanismen. Erschreckend, wenn dies in Einrichtungen geschieht, die sich mit ihren christlichen Attributen schmücken und zur Diakonie gehören. Das gilt für die Pflegeeinrichtung in Frielendorf ebenso wie für die der anderen Hephata-Tochtergesellschaft HSDE.

Für die Beendigung der Querelen ist letztendlich nicht nur die örtliche Geschäftsleitung in der Pflicht. Bei der Suche nach Lösungen muss die Muttergesellschaft Hephata mitwirken. Sie muss jetzt belegen, dass sie nicht für eine gnadenlose Sozialindustrie steht, sondern den eigenen christlichen Ansprüchen gerecht wird. syg@hna.de

Quelle: HNA

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