Bizarre Mischung im Gericht

Kommentar zum DRK-Prozess in Schwalmstadt: "Fragen bleiben"

Sylke Grede

Ein Buchhalter des Roten Kreuzes (DRK)  kommt ins Gefängnis: Er gestand Umbuchungen für ausstehende Rechnungen verschleiert und sich um 100.000 Euro bereichtert zu haben - Letzteres aus der Bargeldkasse des DRK. Damit kaufte er sich Überraschungseier. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Sylke Grede.

Lesen Sie auch:

-Gefängnis: Ex-DRK-Buchhalter hatte sich Überraschungseier gekauft

Man wollte es kaum glauben, was sich da am Dienstag vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt abgespielt hat. Eine ziemlich bizarre Mischung kam da im Gerichtssaal zusammen: Auf der Anklagebank ein biederer älterer Mann im beigen Karohemd, der ganz und gar nicht stichhaltig erklären konnte, warum er auf derart raffinierte Art und Weise über Jahre hinweg das Rote Kreuz geschädigt hat.

Auf der anderen Seite die Verantwortlichen des DRK im Schwalm-Eder-Kreis mit Schlips und Kragen, deren Kontrollmechanismen über lange Zeit schlichtweg versagt haben. Dazu gesellten sich die Chefs eines leicht halbseiden anmutenden Unternehmens aus Rheinland-Pfalz, zu dessen kalkuliertem Geschäftsgebaren es zu gehören scheint, Rechnungen grundsätzlich erst im Mahnverfahren zu begleichen.

Die Geschichte um den unscheinbaren – und bis zum Auffliegen der Geschichte unbescholtenen – ehemaligen DRK-Buchhalter bleibt auch mit dessen Verurteilung mehr als absurd und mysteriös. Es bleiben viele Fragen. Klar ist nur: Viel Geld ist weg.

Mail an die Autorin unter: syg@hna.de

Quelle: HNA

Kommentare