Kommentar zur Entwicklung rund um die Kreisklinik: "Die Hoffnung lebt"

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Nicolai Ulbrich über die Entwicklungen rund um die Kreisklinik

Die geplante Schließung der Geburtshilfe ist wohl das emotionalste Thema derzeit im Wolfhager Land. Kommentiert wird es von HNA-Redakteur Nicolai Ulbrich.

Es wäre eine zu schöne Vorstellung, dass die Geburtshilfestation doch bestehen bleibt. Damit stünden die Chancen, auch die gesamte Kreisklinik langfristig zu erhalten, ebenfalls unter einem guten Stern. Dass die Hoffnung nun mehr lebt denn je, liegt am Kampf der Bürger und Politiker – aber auch am Signal der Stadt, finanzielle Unterstützung in Aussicht zu stellen.

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Die Variante, etwa über eine Querfinanzierung die Station zu retten, auf der Jahr für Jahr hunderte Kinder das Licht der Welt erblickten, hat zweifelsohne seinen Charme. Nicht nur unzählige bereits zufriedene sowie werdende Mütter würden angesichts der Option in Verzückung geraten. Unklar ist hingegen noch, wie sehr eine derartige finanzielle Beteiligung den Stadtsäckel belasten würde. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang die Frage sein, ob die vielen Menschen in und um Wolfhagen herum auch bereit wären, ihre ausgedrückte Solidarität über mögliche Gebührenerhöhungen mitzutragen.

Zwar kann davon noch keine Rede sein – wer aber glaubt, dass diese Variante spurlos an den Brieftaschen der Bürger vorbeiginge, verkennt die Realität. Letztlich waren es auch bei der Schließung der Kreisklinik Helmarshausen wirtschaftliche Aspekte, die den Ausschlag gaben. Auch ein möglicher Eigenbetrieb soll geprüft werden, erscheint aber derzeit als die unrealistischste Option. Realistischer hingegen könnte ein Betrieb unter der Regie mehrerer oder aller Kommunen im Altkreises sein.

Damit würde sich die finanzielle Last auf mehrere Schultern verteilen und dies ein Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit darstellen, von dem auch die Bürger profitieren.

Quelle: HNA

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