Claudia Brandau über die Verantwortung für den Müll

Kommentar: Weg mit dem gelben Sack!

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Am Abfallkonzept im Schwalm-Eder-Kreis verändert sich bis 2020 nichts. Bis dahin wird der Restmüll wie gehabt im Kasseler Müllheizkraftwerk verbrannt, Verpackungen weiter in Gelben Säcken gesondert abgefahren und sortiert. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Claudia Brandau.

Kaum ein Ding ist so fragwürdig wie der Gelbe Sack. Nicht weil seine Qualität so schlecht ist. Und auch nicht, weil man ihn vier lange Wochen lagern muss, bis man ihn an den Straßenrand stellen darf, wo er sofort vom Winde verweht wird. Die Gelben Säcke untergraben schlicht das Umweltbewusstsein: Sie sorgen dafür, dass wir jedes Gefühl dafür verlieren, wie viel Verpackungsmüll wir Tag für Tag produzieren. Die Säcke stehen uns in unbegrenzter Menge und noch dazu kostenfrei zur Verfügung.

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Das ist zwar praktisch, aber auch ein Freifahrtschein dafür, völlig unbeschwert zu zigfach verpackten Waren zu greifen. Müsste man alle Verpackungsmaterialien in einer einzigen Wertstofftonne entsorgen, würde die wohl schnell aus allen Nähten platzen und den meisten Verbrauchern nicht genügen. Aber das würde so manchen dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, ob man im Supermarkt wirklich noch einmal jeden Apfel in eine Plastiktüte packen muss. Die Lizenz zum lässigen Umgang mit Müll ist schon lange abgelaufen.

Quelle: HNA

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