Kommentar: "Heimvorteil zog" - Anne Quehl über die Bürgermeisterstichwahl

Norbert Miltz hat alles richtig gemacht: Der 53-jährige Immichenhainer hat sogar sein christdemokratisches Parteibuch abgegeben, um Chef zu werden, und so all die Wähler hinter sich versammelt, die von Ränkespielen der CDU zwar genug hatten, aber eben doch einen konservativen Einheimischen in ihrem Rathaus haben wollen.

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Bürgermeisterstichwahl in Ottrau: Miltz siegt

Im zweiten Anlauf muss sich der Auswärtige Hans-Ulrich Merle wiederum geschlagen geben. Wieder war die Entscheidung, wie 2005, sehr knapp. Damals war es sein Zögern, nach Ottrau ziehen zu wollen. Diesmal konnte er seinen Vorsprung nach Wahldurchgang eins nicht ins Ziel retten. In der Kerngemeinde legte der SPD-Mann zwar noch zu, doch der parteilose Miltz schlug ihn in seinem Heimatort so hoch, dass das nicht ausreichte.

Für Merle ist das unterm Strich ein Tiefschlag, von dem er sich politisch nur schwer wird erholen können, und die SPD hat ihr großes Ziel, endlich Ottrau zu erobern, verpasst.

Im Parlament haben SPD und UWG neuerdings die Mehrheit. Vielleicht auch das ein Grund für manchen, den Ex-CDU-Mann zu wählen. Doch ist die Enttäuschung im Kernort groß, wo die Menschen den Wechsel wollten. Die kleinen Orte aber setzten Miltz durch.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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