Poststelle für Melsunger Rollstuhlfahrer unerreichbar

Kommentar zur Barrierefreiheit: "Deutsche Post hat Nachholbedarf"

Jasmin Paul

Die Poststelle in Melsungen ist nicht behindertengerecht. Rollstuhlfahrer können die Filiale in der Rotenburger Straße nicht besuchen, weil sie nur über eine Treppe erreichbar ist.  Dazu ein Kommentar von Jasmin Paul

Die Deutsche Post schreibt Kundenfreundlichkeit und Service groß. Der Kunde soll König sein. Aber dabei gilt offensichtlich das Orwellsche-Prinzip: Alle sind gleich, aber einige sind gleicher als andere.

In Sachen Barrierefreiheit hat die Post definitiv Nachholbedarf. Denn benutzerfreundliche Zugänge für jedermann und jedefrau zu schaffen, soll Sache des Hauseigentümers sein. Wieso sucht die Post nicht vorab ein passendes Gebäude? Und wenn das nicht geht: Wieso erweitert sie nicht die Produktpalette in der barrierefreien Postfiliale? Die planerische Hürde ist definitiv überwindbar.

Lesen Sie auch
Poststelle war für Melsunger Rollstuhlfahrer unerreichbar

Eine Klingel hilft behinderten Kunden herzlich wenig, wenn die Mitarbeiter den Laden nicht verlassen dürfen. Eine Behinderung kann jeden treffen immer und überall. Offene Benachteiligung wegen einer körperlicher Beeinträchtigung ist unsozial.

Und obendrein liebt der Mensch seine Freiheit . Es darf kein System geschaffen werden, das automatisch in Abhängigkeit mündet. Dann muss man nicht auf offener Straße fremde Menschen darum bitten, ein Paket abzugeben oder sich die Treppe hoch tragen zu lassen, weil samstags die Post dünn besetzt ist.

Der Fall Roland Weck muss ein Einzelfall bleiben, wird es aber wohl nicht. Die erhobenen Vorwürfe einfach vom Tisch zu wischen, ist nicht kundenorientiert und noch weniger menschlich. Die Post muss sich künftig für mehr Barrierefreiheit einsetzen, damit wirklich jeder Kunde ein König sein kann.

Quelle: HNA

Kommentare