Komplize von Kupferdieben

Komplize von Kupferdieben: 25-jähriger Hehler finanzierte Spielsucht

Schwalmstadt - Weil er die Ware dreister Kupferdiebe zu Geld machte, musste sich ein 25-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten.

Insgesamt wurden ihm neun Fälle von Hehlerei vorgeworfen. Für sechs von ihnen, in denen er auch den Verkauf abgewickelt hatte, wurde er zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Der Schrottplatz in Schwalmstadt war im Jahr 2012 mehrfach Ziel von Kupferdieben. Dort und in der Autobahnmeisterei Alsfeld sowie in einem Neubau in Marburg erbeuteten die Täter Kupferkabel im Wert von vielen Tausend Euro.

Besonders dreist war ihr Einbruch in Marburg: Hier rissen sie Kupferkabel aus den Wänden eines neuen Hauses. Um die Kabel zu Geld zu machen, brauchten sie einen Fahrer, der die Ware zum Schrottplatz nach Kassel brachte. Sie fanden ihn in dem 25-Jährigen Mann.

Der gab an, er habe an Spielsucht gelitten und Geld gebraucht. Sogar sein Auto habe er beim Pfandleihhaus abgeben müssen. Deswegen habe er das Angebot angenommen, das der Bekannte eines Freundes ihm gemacht habe. Er sollte gegen Bezahlung Lieferungen nach Kassel bringen. Der Bekannte hatte ihm erklärt, weder Auto noch Führerschein zu besitzen und deswegen die Fahrten nicht allein machen zu können.

Der Angeklagte soll daraufhin bei neun Fahrten im August und September 2012 mit seinem Kleinwagen als Fahrer tätig gewesen sein. 100 Euro habe er pro Fahrt von seinem Auftraggeber bekommen.

Frachtgut waren stets Kabelstücke, die er zu einem Kasseler Schrottplatz brachte. In sechs Fällen unterschrieb er gar selbst den Kaufvertrag beim Schrotthändler. Er habe zunächst wenig darüber nachgedacht, woher denn die Kabel kamen. Als er dann doch einmal seinen Bekannten fragte, wo denn die Kabel herstammen, soll dieser geantwortet haben: „Frag nicht.“

Festnahme bei Steinatal

Dass er Diebesgut im vollbeladenen Kofferraum hatte, sei ihm erst richtig bewusst geworden, als ihn die Polizei auf der Bundesstraße in der Nähe von Willingshausen-Steinatal mit seinem Wagen anhielt und ihn festnahm. Da habe er gemerkt, so der Angeklagte reumütig, dass er eine riesige Dummheit begangen hatte.

Diebe noch auf der Flucht

Der Angeklagte verriet den Polizeibeamten alles, was er über die Diebe wusste. Zwar kennt die Polizei nun deren Namen, sie sind allerdings weiterhin flüchtig.

Neben seiner Bewährungsstrafe muss der 25-Jährige 1000 Euro an eine gemeinnützige Organisation überweisen.

Von Timo Lange

Quelle: HNA

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