Aufklärungsarbeit in der Kirchengemeinde

Konfirmandentag gegen rechte Gewalt

Engagierte Diskussion: 70 Konfirmanden sprachen über Rechtsextremismus. Foto: Klagholz

Schwalmstadt. Jugendlichen die Gefahren des Rechtsextremismus näher bringen: Dieser Aufgabe hat sich die evangelische Jugend des Kirchenkreises Ziegenhain gestellt. Hierzu hatten Sozialarbeiter der Stadt Schwalmstadt und Pfarrer Dieter Schindelmann 70 Konfirmanden aus Schwalmstadt und den Ortsteilen am Samstag in das Franz-von-Roques-Haus Treysa eingeladen.

Die Idee zu einem Konfirmandentag mit dem Thema Rechtsextremismus habe seit längerer Zeit bestanden, sagte Anke Nick, Leiterin des Jugendhauses Arche in Treysa. „Wir wollen den Konfirmanden durch diese Aktion das Thema Rechtextremismus und vor allem die starke Präsenz rechtsradikaler Kräfte in der Schwalm näher bringen“, erzählte Nick.

Das Interesse der Konfirmanden am Thema sei groß gewesen. „Die Teilnehmer haben sehr gut in den Workshops mitgearbeitet“, bilanzierte Nick.

Drei Workshops wurden von den Veranstaltern angeboten, in denen sich die Konfirmanden mit den Themen Flüchtlinge in Deutschland, Rassentrennung in den USA der 60er-Jahre und der Frage nach deutscher Identität auseinandergesetzt haben. Um Langeweile zu vermeiden, wurde auf eine spielerische Lösung der verschiedenen Problemfelder gesetzt. „Im Workshop über die Rassentrennung in den USA haben wir die Konfirmanden historische Ereignisse nachspielen lassen“, erklärte Nick.

Melodien können täuschen

Rechtsradikale Musik war neben den Workshops ein weiterer wichtiger Programmpunkt. „Wir haben den Konfirmanden verschiedene Arten rechtsradikaler Musik vorgespielt und mit ihnen die Texte aufgearbeitet“, sagte Nick. Man dürfe sich nicht von eingängigen Melodien täuschen lassen. Auf den Konfirmandentag in Treysa folgen noch zwei weitere Termine, die in anderen Kirchengemeinden der Schwalm, unter anderem in Neukirchen, stattfinden.

Von Julian Klagholz

Quelle: HNA

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