Konfirmandentag in Homberg: Psalme in Handysprache

Ein bisschen feucht, aber nie langweilig: An den Ständen boten Konfirmandengruppen verschiedene Aktivitäten an. Pfarrerin Annette Hestmann (oben rechts) mit Simon Kropat sammelte Zettel zu Luthers Thesen, neu gelesen. Eilika Nees (großes Foto oben, rechts) und Mareike Lenz gaben mögliche Antworten auf frohe und traurige Lebenslagen. Musik dominierte in der Kirche (rechts) Fotos: Zirzow

Homberg. 1400 Schüler kamen am Samstag zum Konfirmandentag des Spengels nach Homberg. Der Dauerregen ließ manche Pläne platzen.

Der Konfirmandentag in der Reformationsstadt Homberg stand, meteorologisch gesehen, unter keinem guten Stern. Wegen des Dauerregens während wurde die Verabschiedung der über 1000 Konfirmanden in die Stadtkirche verlegt und der geplante Aufstieg von mehreren hundert Luftballons auf dem Marktplatz fand nicht statt.

Pfarrer Johannes Weth aus Spangenberg jedoch fasste die Situation in tröstende Worte und meinte, dass es das richtige Reformationswetter sei, denn Martin Luther habe in einem Gewitter seine Suche nach Gott begonnen, und die habe dann später zur Reformation geführt.

Bei Musik, Gesang, Tanz war die Reformation in vielen Gesprächen und an mehreren Informationsständen das Hauptthema. Unter anderem sollten die Jugendlichen Bibelstellen in der heutigen SMS-Jugendsprache ausdrücken. Heraus kam dann zum Beispiel für den Psalm 23 ( Der Herr ist mein Hirte..) „Gott ist überall und passt auf mich auf. Er sorgt für mich.“

Oder von Johannes 8, Vers 7a ( Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein) lautete neu: „Es gibt keinen, der immer lieb ist“ oder auch „Es gibt niemanden, der keinen Scheiß baut.“

Am Eingang der Kirche durften die Konfirmanden ein 95-Thesen-Update vornehmen. Zum Thema „Luthers Thesen neu gelesen“ nagelten sie ihre auf Karteikarten geschriebenen Ideen zur Weltveränderung an eine Bretterwand. Heraus kamen Vorschläge wie „Mehr Vertrauen, bessere Schulbedingungen, kein Rassismus, keine Kriege mehr, keine Umweltverschmutzung“ oder auch „Die Menschen sollten freundlicher sein“.

Dekanin Sabine Tümmler betonte, dass „gut“ oder „schlecht“ keine Frage der Hautfarbe sei. Die Veranstaltung wertete sie als eine runde Sache mit vielen Begegnungen. Tümmler: „Wir haben dem Wetter mit viel Lebendigkeit getrotzt“. Sie betonte: „Erneuerung ist wichtig für unsere Welt“.

Von Rainer Zirzow

Quelle: HNA

Kommentare