Constantin Piffer aus Edermünde-Besse

Konkurrenz für die Großen: 19-Jähriger baut eigene Smartphones

Besse/Kassel. Neueste Technik, hochwertige Materialien, bezahlbarer Preis: Das will Constantin Piffer aus Edermünde-Besse mit seinem selbst entwickelten Smartphone bieten.

Der 19-jährige Informatikstudent mit eigener Firma namens Muvercon hat inzwischen das zweite, verbesserte Modell in der Erprobung.

„Starfall M1“ heißt das Mobiltelefon, das zurzeit noch getestet wird. „Ich muss erst mal sehen, ob auch alles wie gefordert läuft und den hiesigen Ansprüchen genügt“, sagt der 19-Jährige. Was das Highend-Smartphone mit dem 5,5-Zoll-Touchscreen alles bietet, erläutert Piffer in einem Video auf seinem Youtube-Kanal „Jumperbillijumper“, den er seit einiger Zeit betreibt und der über 1100 Abonnenten hat. Dort bietet der Student auch Videos an mit Anleitungen zur Reparatur von Handys, zum Bau von Gamer-PCs und vieles mehr. Teilweise wurden die Videos bereits mehr als 12.000 Mal aufgerufen. Warum ein eigenes Smartphone auf den Markt bringen, der doch zumindest gesättigt wirkt? Für den Besser ist es vor allem eine Frage des Preises. Denn mit seiner eigenen Firma, die er gegründet hat - mit allen Fallstricken und mehr Problemen, als er gedacht hatte - , kann er die Komponenten für das Handy selbst auswählen.

Kosten soll das Smartphone der Marke Muvercon in der jetzigen Ausstattung 329 Euro. „Es ist ein echtes Highend-Gerät“, sagt der 19-Jährige, mit Markenkomponenten wie Sony-Kameras, Android-Betriebssystem, auswechselbarem Akku, Daumenabdruck und allem, was Handys bieten.

„Ich habe die Teile und die Ausstattung ausgewählt bei den Herstellern in China“, erläutert er. Für 1000 Stück musste er das zunächst vorfinanzieren, die fertigen Geräte werden dann nach Bedarf und Nachfrage geliefert. „Das geht innerhalb einer Woche“, sagt Piffer.

Eine Alternative zu den Herstellern aus China sieht Piffer zurzeit noch nicht. Das sei nicht realisierbar. Allerdings könne sich das vielleicht in der Zukunft ändern. Das gelte auch für ein fair produziertes Handy.

Und wie kommt man als so junger Mann auf die Idee, eine eigene Firma zu gründen? Es sei schon immer sein Wunsch gewesen, selbstständig zu arbeiten und nicht für andere, sagt der Besser.

Für Computer habe er sich schon lange interessiert und nach der 12. Klasse an der Ursulinenschule Fritzlar ein Jahr Praktikum in einem Betrieb in Kassel gemacht, in dem Handys repariert und PCs zusammengebaut wurden. Danach hatte er das Fachabitur und die Möglichkeit zu studieren.

Mit seinem Youtube-Kanal kamen dann Werbeeinnahmen, wegen denen er (Steuern!) die erste Firma gründete. Dann kam die Idee für die Smartphones und viele Rechtsfragen, die mit der Firmengründung einhergingen.

Unterstützt wurde und wird Constantin Piffer von seinem früheren Chef, der ihm auch ein kleines Büro in der Leipziger Straße in Kassel zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es ehrenamtliche Helfer, die für ihn etwa die Öffentlichkeitsarbeit und das Design der Verpackung übernehmen.

Um weiterarbeiten zu können, will der 19-Jährige demnächst versuchen, über das sogenannte Crowdfunding Menschen zu finden, die seine Unternehmensidee finanziell unterstützen. Sein nächstes Projekt: ein Handy entwickeln, das Kunden anspricht, die kein so hochwertiges, dafür günstigeres Gerät wollen. Seine Preisvorstellung: nicht mehr als 100 Euro.

Mehr Infos im Youtube-Kanal unter jumperbillijumper

Quelle: HNA

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