Jugendliche zeigten die Ergebnisse ihrer Theaterwerkstatt – 22 Szenen erarbeitet

Kontraste und Grautöne

Schwalm-Eder. Die Gegensätze im Leben standen im Mittelpunkt der 27. Theaterwerkstatt, zu der das Jugendbildungswerk Schwalm-Eder in der ersten Herbstferienwoche eingeladen hatte. 19 junge Leute zwischen 13 und 23 Jahren beschäftigten sich kreativ mit Kontrasten, arbeiteten über Schwarz und Weiß – und stellten fest, „dass dazwischen viel Grau liegt“, wie es Jugendbildungsreferentin Bärbel Spohr bezeichnete.

Beim Abschlussabend in der Waberner Mehrzweckhalle zeigte die Gruppe ihre selbst inszenierte Umsetzung des Themas auf der Bühne vor etwa 100 Zuschauern.

In 22 Szenen ging es um Gegensätze wie Liebe und Hass, reich und arm, alt und jung, gut und böse, Ruhe und Bewegung, Sommer und Winter. Dabei waren die Bühnendekoration und die Kostüme der Darsteller überwiegend auf den Schwarz-Weiß-Kontrast beschränkt. Dass das trotzdem unterhaltend und spannend sein kann, zeigten die Nachwuchsschauspieler mit überzeugender Mimik und Gestik, selbst geschriebenen Texten und Liedern voller Poesie und Komik, sowie ausdrucksstarken Tanzchoreografien. „Es ist eine sehr schöne Mischung geworden“, sagte Theaterpädagogin Lotta Heinisch.

Alte Widersacher

Viel Vergnügen bereitete dem Publikum die „Eheberatung“ des Paares Frau Sommer und Herr Winter, die schließlich ihre Konflikte lösen und ihre Familie um zwei Töchter, Frühling und Herbst, ergänzen. In einer anderen Szene werden die alten Widersacher Engel und Teufel von Gott in den Ruhestand geschickt und mussten vorher noch ihre Nachfolger einarbeiten: „Willst Du hier die Hölle rocken, dann nimm erst die Hose aus den Socken“, lautete der Tipp des Teufels an seinen Azubi.

„Wahnsinn, dass hier in fünf Tagen so ein ganzes Stück herauskommt.“

Manuel Wurst, Melsungen

Carla Grisinger zeigte eindrucksvoll den Sieg der Phantasie über ein durchgeplantes Leben in einem Zwiegespräch mit sich selbst: „Ohne Phantasie wird das ein trauriges Leben“, stellte sie fest.

Fünf Tage lang hatten die Jugendlichen zusammen mit Bärbel Spohr und vier Theaterpädagogen aus Kassel zusammen gearbeitet im Kreisjugendhof in Rotenburg bei Fulda. Dabei gäben die Erwachsenen lediglich Impulse und Unterstützung, Texte und Choreographie stammten von den Jugendlichen.

Bei dem Thema Kontraste hätten sich die Inhalte der Lieder, Gedichte und Bühnenstücke häufig mit dem Generationenkonflikt beschäftigt. Auch in Bildern, Fotografien und Gedichten setzten sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinander.

Den Jugendlichen machte die Theaterwerkstatt viel Spaß: „Ich finde es Wahnsinn, dass hier in fünf Tagen so ein ganzes Stück herauskommt“, meinte Manuel Wurst aus Melsungen, der zum dritten Mal mit dabei war. „Mir macht es einen Heidenspaß mitzumachen“, sagte Bianca Hohmann aus Gensungen, mit 13 Jahren jüngste Teilnehmerin. Bärbel Spohr freute sich, dass für viele schon klar sei, dass sie auch nächstes Jahr wieder mitmachen wollen. (nh)

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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