Kur- und Gewerbeverein kritisiert Gemeinde - Wirtschaftskonzept fehlt

Kooperation mit Lücken

Suche nach Problemlösungen: Frank Ritter, Stefan Frankfurth, Stefan Engel und Thorsten von Sierakowski (von links) vom Vorstand des Kur- und Gewerbevereins fordern mehr Kooperation von den Verantwortlichen im Bad Emstaler Rathaus. Foto: zih

BAD EMSTAL. Große Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft der Gemeinde macht sich der Bad Emstaler Kur- und Gewerbeverein, dem derzeit 70 Mitgliedsfirmen mit über 500 örtlichen Arbeitsplätzen angeschlossen sind. Vorwürfe von Vorsitzendem Stefan Frankfurt und seinen Vorstandskollegen Frank Ritter, Stefan Engel und Thorsten von Sierakowski gehen vor allem an die Adresse der politischen Verantwortlichen im Rathaus.

Bemängelt wird von den Geschäftsleuten nicht nur die „lückenhafte Kooperation“ zwischen Gemeindeverwaltung und Gewerbeverein, sondern auch ein fehlendes Konzept. Stefan Frankfurth: „Wir brauchen keinen Aktionismus einzelner aus dem Rathaus, sondern den partnerschaftlichen Schulterschluss.“

„Ohne das Thermalbad degeneriert Bad Emstal zur Bedeutungslosigkeit.“

Stefan Frankfurth Vorsitzender Kur- und gewerbeverein

So dürfe es zum Beispiel nicht sein, so der Vorsitzende, dass bei der Ansiedlung mehrerer Großmärkte in Sand im Vorfeld nicht mit dem Verein gesprochen wurde.

Neben dem zunehmenden Leerstand von Geschäften brennen den Geschäftsleuten auch andere Probleme auf den Nägeln: • Thermalbad: Das dringend sanierungsbedürftige Thermalbad muss nach Ansicht des Gewerbevereins mit einer „hieb- und stichfesten Standortanalyse“ wieder in den Mittelpunkt der Gemeindepolitik gerückt werden. Frankfurth: „Ohne das Thermalbad degeneriert Bad Emstal zur Bedeutungslosigkeit als Tourismus- und Heilkur- Ort, aber auch als attraktiver Wohnort und wirtschaftliches Zentrum im südlichen Altkreis“.

Die von der Gemeinde vorgesehene Bürgerbefragung über die Zukunft des Thermalbades sieht der Verein ohne vorherige Einstellung eines Konzepts und eines Businessplanes sehr kritisch. • Kasseler Straße: Zunehmend Sorge bereiten dem Gewerbeverein auch die Bauarbeiten auf der Kasseler Straße. In der mit eineinhalb Jahren veranschlagten Bauzeit sei trotz der in einzelnen Abschnitten vorgesehenen Sanierung auch bei durch Ampeln geregelten einseitigen Durchgangsverkehr mit erheblicher Einschränkung der Kundenfrequenz für die dort angesiedelten Geschäfte und Betriebe zu rechnen.

Bei der Deckensanierung wird, da es sich um eine Landesstraße handelt, gar mit einer längeren Vollsperrung gerechnet. Zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung Anfang März hat der Kur- und Gewerbeverein deshalb einen Mitarbeiter des Bad Emstaler Bauamtes eingeladen. Frankfurth: „Wir wollen von der Gemeinde keine vagen Informationen, sondern handfeste Fakten.“ Gleiches gelte übrigens auch fürs Thermalbad. (zih)

Quelle: HNA

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