Wertvolle Schatulle aus dem Fritzlarer Dom ist im Deutschen Museum in Berlin zu sehen

Kostbarkeit, vielleicht von Graf Poppo

Klein und kostbar: Die Schatulle wird auf die Zeit um 1200 datiert und könnte dem Erbauer der Naumburg, Graf Poppo, gehört haben. Foto:  privat/nh

Fritzlar. Eine Schatulle, die vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammt, ist in der Ausstellung „Burg und Herrschaft“ im Deutschen Museum in Berlin zu sehen. Ihre Heimat ist das Fritzlarer Dommuseum.

Das Kästchen aus Bein stammt aus der katholischen Stadtkirche von Naumburg und könnte, so vermutet Dr. Volker Knöppel vom Naumburger Geschichtsverein, einst dem Grafen Poppo gehört haben. Weil sie so wertvoll ist, wird die Kostbarkeit im Fritzlarer Dommuseum aufbewahrt. Von dort wurde sie an die Spree ausgeliehen.

Im ersten Band der Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel von 1937 wird die Schatulle als „Reliquienkasten aus Elfenbein“ beschrieben. Damals war sie dem 15. Jahrhundert zugeordnet worden. Heute wird das Kästlein von den Experten um die Ausstellungsmacher Dr. Rainer Atzbach und Dr. Sven Lüken auf die Zeit um 1200 datiert. Sie sprechen von einem „Spielkästchen für Tric-Trac aus Bein“. Atzbach schreibt dazu im Ausstellungskatalog: „Die frappierende Ähnlichkeit des Ringdekors mit Tric-Trac-Steinen legt die ursprüngliche profane Verwendung als Behälter für dieses Spiel nahe.“ Tric-Trac ist die französische Backgammon-Variante.

Katalog „Burg und Herrschaft“, Sandstein-Verlag, ISBN 978-3-940319-97-5.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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