Stadt geht von Ausgaben in Höhe von 5 Millionen Euro aus

Kostenexplosion bei Ärztehaus in Homberg

Längst nicht fertig: Das Ärztehaus am Obertor in Homberg ist für die Stadt zu einer Kostenfalle geworden. Fotos: Yüce

Homberg. Das Ärztehaus in Homberg wird immer teurer: Für den Umbau des ehemaligen Amtsgerichts hatte Ex-Bürgermeister Martin Wagner 2012 noch von Kosten in Höhe von 1,55 Millionen Euro für die Stadt gesprochen.

Anfang des Jahres ging Bürgermeister Dr. Nico Ritz von 3,2 Millionen Euro aus. Mittlerweile rechnet man sogar mit etwa 5 Millionen Euro.

Kreativität bedeute für ihn auch das Lösen von Problemen, sagt Klaus Mienert. Wenn es danach geht, hat der Architekt seit einem halben Jahr einen Kreativitätsschub - da hat er die Arbeit am Ärztehaus übernommen und muss so manches Problem lösen.

Bis auf das Obergeschoss und den Neubau sei das Haus in Betrieb und eigentlich fertig, sagt Mienert. Die Betonung liege auf dem Wort eigentlich. „Es fehlten noch die Genehmigung für das Brandschutzkonzept sowie Unterlagen zum ersten Bauabschnitt und einige Arbeitsschritte waren noch nicht erledigt - doch das ist jetzt erledigt“, sagt er. Sein Ziel sei es nun, die Situation „von erträglich zu besser“ zu verändern.

Ihm sei es wichtig mit Akzeptanz zu bauen, das sei bislang nicht immer der Fall gewesen.

Jede Menge kleine und große Dinge führen zu der Kostenexplosion. Manches ist bei einem Gang durch das Haus offensichtlich, wie das Notausgangsschild im Untergeschoss, das so angebracht wurde, dass man sich daran den Kopf stoßen kann. Oder der Schaltschrank, der nicht abschließbar ist. Oder die zu enge Fahrgasse auf dem Parkplatz des Hauses und es wird Besuchern auch schnell klar, dass Parkplätze fehlen.

Es gibt auch Dinge, die Laien nicht sofort auffallen: So muss die Raumplanung verändert werden, um die Brandschutz-Anforderungen zu erfüllen. Allein das schlage mit 100 000 Euro zu Buche. „Bei Planungen dieser Größe empfiehlt es sich, im Vorfeld mit Fachbehörden und -planern zusammenzuarbeiten“, sagt Mienert.

Weitere Kosten fallen durch eine Umnutzung an: „Es wurden Aufenthaltsräume im Dachgeschoss geplant und zugelassen, die dort nicht erlaubt sind“, nennt Mienert ein Beispiel. Insgesamt habe man jetzt etwa 80 Quadratmeter weniger an vermietbarer Fläche. Insgesamt stehen 300 Quadratmeter zur Verfügung.

Zusätzliche Ausgaben müsse man auch für den Parkraum einplanen. 34 Parkplätze hätten es für den zweiten Bauabschnitt des Ärztehauses sein müssen, 19 seien es erst. „Es ist ganz klar ein Parkraumdruck da“, sagt Mienert. „Wie ich das mache, weiß ich noch nicht, aber es gibt erste Vorüberlegungen“, sagt er. Näher ins Detail gehen will er noch nicht. Er wird Vorschläge machen, was dann davon umgesetzt wird, muss politisch beraten und entschieden werden.

Auch gebe es Probleme bei den Liegendanfahrten, zum Beispiel für das Dialysezentrum. „Das muss neu überlegt werden“, sagt Mienert. Klar sei, dass die seitliche Anfahrt von vorne verbannt werden müsse. Die Arbeiten, die noch für den Brandsschutz zu erledigen sind, sollen bis September abgeschlossen sein. Die noch nicht vermieteten Flächen würden je nach Bedarf fertiggestellt. „Die werden in Größe und Ausstattung nach Vorgaben der Nutzer geplant.“ Es gebe noch viel zu tun, sagt Mienert.

Was das alles die Stadt und somit die Homberger letztlich kosten wird? Ganz genaue Angaben könne man erst machen, wenn alle Rechnungen geprüft wurden.

Grundsätzlich sei ein Ärztehaus in der Altstadt gut und sinnvoll, sagt Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf HNA-Anfrage. „Das Problem ist, dass das Projekt nicht professionell umgesetzt wurde“, fügt er an. Die Folge sei, dass der nun beauftragte Architekt daran arbeite, die baulichen Probleme zu beseitigen. Zuwege, Liegendtransport, Parkplatzsituation seien nur einige Beispiele dafür, dass es noch erheblichen Nachbesserungsbedarf gebe und es zu höheren Kosten komme.

Mittlerweile sei jedoch klar, dass man jenseits der 3 Millionen Euro landen werde und es sei zu befürchten, dass man auf etwa 5 Millionen Euro zusteuere. Darüber müsse man angemessen politisch diskutieren.

Quelle: HNA

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