Schrecksbacher Gemeindeparlament stimmt Plänen für Kindergarten-Anbau zu

Krabbelgruppe mit Keller

Niedrige Waschbecken gehören dazu: Für die Ausstattung neuer Krabbelgruppen-Räume, wie sie bald in Schrecksbach gebaut werden, gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Archivfoto: Lerner

Röllshausen. Mit knapper Mehrheit von acht Ja-Stimmen bei sieben Gegenstimmen hat die Gemeindevertretung Schrecksbach am Dienstag in ihrer jüngsten Sitzung dem Anbau an den Kindergarten für die Erweiterung um eine Krabbelgruppe zugestimmt.

Der Bau, der nicht teurer als 234 000 Euro werden darf und mit 90 Prozent der Kosten gefördert wird, soll nun mit geänderten Bauplänen angemeldet und umgesetzt werden. Im Mai hatte das Parlament noch beschlossen, eine Aktivbühne, vornehmlich für den Männergesangverein, die im Schlossgarten neben dem Kindergarten ursprünglich vorgesehen war, aus der Planung zu streichen.

Diese Idee war zuletzt reduziert worden auf eine überdachte Terrasse direkt am Kindergarten. Außerdem, so hatte es der Gemeindevorstand vorgeschlagen, sollte der Rohbau unterkellert werden. Letztendlich werden so zehn neue Plätze in der Krabbelgruppe und vier neue Plätze in der altersübergreifenden Gruppe entstehen.

Architekt im Gespräch

Im Haupt-und Finanzausschuss hatten die Parteien Mitte Juli mit dem Architekten über das Thema gesprochen. Wie diese Aussprache zu werten ist, darüber gingen in der Sitzung des Gemeindeparlamentes am Dienstag im Großen Saal in Röllshausen die Meinungen allerdings auseinander. Es sei nicht die kleinstmögliche Lösung beschlossen worden, zudem sei die Aktivbühne abgelegt gewesen, meinte UWG-Sprecher Andreas Frisch.

Mit der Behauptung, dass es keine vordefinierte Lösung für solch einen Anbau gebe, habe der Architekt die Kosten nach oben geschraubt, um so am Ertrag beteiligt zu sein. Außerdem sei der Keller nicht erforderlich. Dazu habe sich der Architekt mit einer „halbherzigen Argumentation“ gewunden“, befand Frisch.

Keine gesetzlichen Vorgaben

Es sei nicht die Größe, sondern die Zahl der Räume für Krabbelgruppen vorgeschrieben, sagte Petra Sander (SPD), und für die Größe gebe es keine gesetzlichen Vorgaben, aber Erfahrungswerte. Der Keller sei ein Minimum, und bei der Terrasse müsse man auch an die Belange des Männergesangvereines denken. Das sah Thomas Zulauf (SPD) ähnlich: Die Terrasse sei eine überdachte Ausweichmöglichkeit für die Kinder, etwa für kleine Aufführungen.

CDU-Sprecher Lars Diehl kritisierte, dass die Sitzung des Haupt- ausschusses nicht vernünftig gewesen sei. Seine Bitte: „Hört auf mit Drumherumreden.“ Die Teilunterkellerung sei notwendig wegen des Geländezustandes, sagte Bürgermeister Erich Diehl, ein „wesentlicher Erdbereich“ müsste sonst umgesetzt werden.

Und: Die Terrasse im Schlossgarten könnten auch andere Vereine nutzen. Den Gesangverein könne man nicht vor den Kopf stoßen. „Wer A sagt, muss auch B sagen“, meinte Diehl. Außerdem ginge es bei 90 Prozent Förderung um einen Betrag von lediglich 3000 Euro extra für die Terrassenbühne.

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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