Drogen mit Haschisch-Wirkung: Kräutermischung auf Platz 1 im Landkreis

Drogen mit Haschisch-Wirkung: Kräutermischung auf Platz 1 im Landkreis

Schwalm-Eder. Die harmlos aussehenden Tütchen mit Kräutern für den Raum oder fürs Badewasser, Spice genannt, gehören zu den neueren Drogen auf dem Markt. Wegen des darin enthaltenen Haschisch-Wirkstoffs gehört Spice zu den Cannabinoiden.

Mit 55 Menschen, die diese illegalen Drogen konsumierten, hatte es die Jugend- und Drogenberatung des Landkreises im Vorjahr zu tun. Damit liegt Cannabis mit all seinen verwandten Stoffen noch vor dem Alkoholmissbrauch (31 Klienten). 2009 war es genau andersherum, berichtet Helga Sydes von der Drogenberatung. Dazwischen liegt mit 37 die Zahl derer, die abhängig sind von Heroin oder den Ersatzstoffen wie Methadon.

Trotz etlicher neuerer Drogen „haben die klassischen nicht an Reiz verloren“, sagt Sydes. Der Heroinkonsum sei zwar rückläufig, aber Cannabisprodukte wie Haschisch und Marihuana würden nach wie vor genommen. Darin enthalten ist der beruhigende Hanf-Wirkstoff THC, der sich chemisch herstellen lässt und dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Den Wirkstoff findet man in Spice, das geraucht wird. Sydes: „Die Mischungen werden von den Herstellern ständig verändert, sobald der Gesetzgeber nachgezogen hat.“ Cannabis gilt aber nicht als Einstiegsdroge. Nach Nikotin kommt der Alkohol, dann eventuell THC. „Manche machen aber weiter, wenn der Wirkstoff nicht mehr den erhofften Kick bringt. Dann folgen die aufputschenden Amphetamine.“

Ein Problem im Schwalm-Eder-Kreis stellen die K.O.-Tropfen dar. Diese werden auch als Liquid Ecstasy bezeichnet, „haben aber mit den aufputschenden Pillen nichts zu tun“. Mit den in Getränke gemischten Tropfen können beispielsweise Mädchen so außer Gefecht gesetzt werden, dass sie ohne Widerstand missbraucht werden können.

Nicht nur mit Kaffee oder Red Bull, dem Dosengetränk mit Zucker und Coffein, kann man sich aufputschen. Dafür gibt es Stärkeres: Vigil beispielsweise, mit dem sich schon immer Schichtarbeiter munter hielten oder Ritalin. Der darin enthaltene Wirkstoff Methylphenidat wirkt bei Hyperaktiven beruhigend, bei anderen steigert er die geistige Leitung und ist bei einigen vor Prüfungen beliebt.

„Dieses Hirndoping greift bei Intellektuellen um sich“, erklärt Helga Sydes von der Drogenberatung. „Für Job und Karriere riskieren sie ihre Gesundheit und abhängig zu werden.“ Zu beobachten sei dies vor allem bei der Mittel- und Oberschicht. Während Ende der 60er-Jahre Drogen ein Zeichen der Revoltierenden waren, sind sie jetzt Mittel, um zu funktionieren.

Quelle: HNA

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