Krankentage im Kreis über Durchschnitt - mehr Psychische Beschwerden

Schwalm-Eder. Beim Krankenstand bleibt der Schwalm-Eder-Kreis Schlusslicht in Hessen. Er hat sich gegenüber dem Vorjahr allerdings nicht verändert und liegt nach wie vor bei 3,7 Prozent, damit leicht über dem Landesdurchschnitt.

Zugenommen haben dagegen psychische Erkrankungen sowie gesundheitliche Probleme vor allem junger Arbeitnehmer.

Das ist das Ergebnis einer Erhebung der DAK-Krankenkasse bei ihren Mitgliedern in Hessen. In Landkreis sind 20 000 Frauen und Männer bei der Krankenkasse versichert.

Nach Angaben von Wilfried Knoll, Chef der DAK im Landkreis, waren bei Erkrankungen des Nervensystems, Augen und Ohren ein Anstieg von nahezu 20 Prozent zu verzeichnen. Der Erhebung zufolge ist die Anzahl psychischer Erkrankungen abermals stark gestiegen. Den Daten des Berliner IGES-Instituts nach war es ein Plus von 15 Prozent.

Für Prof. Frank-L. Welter, Ärztlicher Direktor der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten, ist das nicht überraschend. Für junge Arbeitnehmer sei der Wechsel in den Beruf häufig mit psychischen Problemen verbunden. Leistungsdruck, Konkurrenz, Konflikte und Arbeitsplatzunsicherheit seien die Auslöser. Die Folge: Viele Jugendliche zeigten körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Herzprobleme. Eine organische Ursache könne nicht gefunden werden. Diese Störung trete gehäuft bei jungen Leuten zwischen 15 und 29 Jahren auf.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Muskel-Skelett-Erkrankungen um elf Prozent stiegen. Dem steht ein Rückgang bei Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis um 16 Prozent entgegen. Rückläufig waren 2010 auch Erkrankungen des Verdauungstrakts.

Insgesamt allerdings lag der Schwalm-Eder-Kreis bei „fast allen wichtigen Krankheitsgruppen über dem Landesdurchschnitt“, fasste DAK-Chef Knoll das Ergebnis der Befragung zusammen.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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