Kabarett „Die Präservative Liste“ sorgte bei 150 Besuchern für ausgelassene Stimmung

Kranzwurf bei Beerdigung

Brillierten mit profundem Halbwissen: Die Bauern Anton und Anton. Foto: Sommerlade

Breuna. Wie äußert sich ein Village-Burn-Out? Was macht ein Milchbauer mit Laktose-intoleranz? Und was genau gibt es eigentlich bei einer Jubelkommunion zu jubeln? Diesen Fragen stellten sich am Freitagabend bei der vom Tränkenfestverein Breuna organisierten Veranstaltung die Kabarettisten Udo Reineke, Hubertus Hartmann und Frank Baumann.

Sehr zur Freude der 150 Gäste in der ausverkauften Kulturscheune. Beim zweistündigen Programm „Leerstandserhebung“ des Trios „Die Präservative Liste“ kamen die Besucher aus dem Lachen kaum heraus. Mit der dargebotenen Mundart-Satire, den bösartig überarbeiteten Volksliedern und humorvollen landlyrischen Beiträgen trafen die Künstler aus Ostwestfalen den Nerv des Publikums.

Vor allem das profunde Halbwissen der beiden Bauern Anton und Anton löste helle Begeisterung bei der Zuhörerschaft aus. Ob bei der angeregten Diskussion über den Flughafen Kassel-Calden („Da ist offensichtlich eine Institution im Gange, damit der Nordhesse wegkommt.“), der detailverliebten Schilderung einer dörflichen Beerdigung („Da wird ein Kranz geworfen, wer den fängt, ist der Nächste.“) oder der humorvollen Erzählung über das grausame Aufeinandertreffen mit ehemaligen Dorfschönheiten auf der Jubelkommunion („Da hat bei vielen eine massive Zersetzung stattgefunden.“) – die Gäste lachten Tränen.

Ode an die Legehenne

Lang anhaltenden Applaus gab es auch für das Referat des Leerstandsbeauftragten Herrn Nix sowie für den landlyrischen Teil, den Udo Reineke mit Tiefgrund und gespielter Ernsthaftigkeit vortrug. So wie die Ode an die Legehenne, die er hingebungsvoll als „Schließmuskel mit täglicher Öffnungszeit“ bezeichnete. Oder die Provinzrezitation mit meditativem Einschlag, bei der alle Dörfer des Kreises Höxters gepaart mit der Mantra-Silbe Om aufgezählt wurden.

Großen Anklang fanden auch die teilweise bitterböse verfremdeten Volkslieder. „Im schönsten Wiesengrunde stand unser Siedlungshaus. Da zog ich vor einer Stunde endgültig aus“, teilte das Trio das Ende einer Ehe musikalisch mit. Auch dabei hatte es die Lacher auf seiner Seite.

„Wir sind echt froh, dass wir hier hergekommen sind“, sagten die Besucher Ernst-Helmer und Irmgard Knappe aus Ehlen. „Das war ein gelungener Abend, an dem wir richtig gut unterhalten wurden.“

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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