Kreatives Hobby: Helga Goldbeck-Rüger strickt und filzt Puschen und Hüte

Kreatives Hobby: Helga Goldbeck-Rüger vor einem Regal mit Puschen. Foto: pbb

Zierenberg. Nichts geht über warme Füße, da müssen mal schöne kuschelige Puschen her. So dachte sich Helga Goldbeck-Rüger vor ein paar Jahren und entschied sich fürs Selbermachen: erst stricken, dann in der Waschmaschine filzen. Nur mal so zum Spaß und Ausprobieren.

Aus der Idee von damals entwickelte die Zierenbergerin eine wahre Leidenschaft. Zu Puschen in fast allen Größen und Farben gesellten sich mit der Zeit farbenfrohe Handtaschen, neuerdings sogar Hüte. Wärmende Gebrauchskunst sozusagen.

Mit einem Paar Pantöffelchen fing es also an. „Und dann bin ich süchtig geworden“, sagt die 68-Jährige über die Entdeckung ihres kreativen Hobbys. Heute stapeln sich im Privathaus der Rentnerin dicke Schurwollknäule in den verschiedensten Farben neben Puschenpärchen, von dem nicht eines dem anderen gleicht. Ein Blick in weitere Vitrinen lässt an eine Hutmodenschau denken: Kopfschutz und -schmuck zugleich, wärmend und peppig, jedes Stück ein Unikat. Mal mit Strickblüte, mal mit Zierband, große und kleine.

Mehr als 5000 auf einer Rundnadel rechts gestrickte Maschen bilden die Grundlage für solch einen Filzhut. Der verdient seinen Namen erst nach einem ausgiebigen Besuch bei 60 Grad in der Waschmaschine, denn Verfilzen der Wolle ist hier, ebenso bei Puschen und Handtaschen, unbedingt erwünscht. Kommt dann noch die endgültige Formengebung und schließlich nach der Trocknung das penible Entfernen von Fusseln. Für die Puschensohlen gibt’s zum Schluss eine Latexbeschichtung gegen Rutschgefahren.

Ob Hut oder Puschen: Nach der Heißwasserbehandlung mit Schrumpfeffekt erwartet Helga Goldbeck-Rüger „immer eine kleine Überraschung“, denn auch die Farben verändern sich, verlaufen ineinander ähnlich wie in der Malerei die Wasserfarben.

Noch kunstvoller kommen ihre Nadelfilzfiguren daher, eine überaus mühsame Arbeit, die auch größtes Gestaltungsgeschick erfordert. Aus farbiger Wolle nehmen mit Hilfe einer Filznadel und unzähligen Stichvorgängen kleine Figuren Gestalt an. So ist auch die lustig anzusehende Gruppe Adam und Eva mit Schlange entstanden.

All die kuscheligen Hüte und Puschen kann und will die Filzkünstlerin nicht selber tragen. In ein paar Wochen, wenn die Adventsmärkte wieder beginnen, werden Helga Goldbeck-Rügers Wollwerke außer direkt in Zierenberg auch andernorts (in Vellmar und Immenhausen) zu bekommen sein.

Aber Achtung. „Nicht jedem verkaufe ich jeden Hut. Das muss passen. Die Leute sollen damit wirklich gut aussehen. Darauf achte ich“, sagt die Strickkünstlerin lachend und greift wieder zu Rundnadel und Wollknäuel.

www.helgas-filzlaedchen.de

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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