Kreativität im Mittelpunkt: Projekttage an Zierenberger Elisabeth-Selbert-Schule

Bauten eine Mauer gegen die Sucht: die Teilnehmer des Projekts „Drogenkultur in Nordhessen“. Fotos:  Hoffmann

Zierenberg. Das war eine wirklich spannende Woche für die Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS). Nicht etwa, weil sie besonders knifflige Aufgaben zu lösen hatten, nein, sie versuchten sich im Rahmen ihrer Projekttage unter anderem als Künstler, Historiker und Parcours-Sportler.

Sogar angehende Modedesigner brachte die Unterrichtswoche der etwas anderen Art hervor.

„Pimp your old Shirt“, hieß es da bei den Lehrerinnen Christine Jakubowsky und Ursula Wiegand. 30 Schülerinnen und auch modebegeisterte Schüler klebten, malten und gestalteten trendige Shirts mit witzigen Sprüchen, bunten Glitzersteinchen und peppigen Bildern, befassten sich noch dazu mit den weniger schönen Dingen, die Mode zu Schnäppchenpreisen mit sich bringt, wenn man sie nicht selber macht. „Wir wollten vermitteln, wie günstige Verkaufspreise entstehen“, sagt Jakubowsky, die mit den Jugendlichen neben den Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern auch die „Reise eines T-Shirts“ vom Produktionsort bis in den Laden beleuchtete.

Im Mittelpunkt aber sollte die kreative Arbeit stehen, wie auch bei Anne Ring, die mit den Schülern Kalksteine zum Leben erweckte. „Man betrachtet zunächst den Stein von allen Seiten, bis sich ein Bild formt“, sagt die Künstlerin. Die Schüler zauberten Herzen, Schnecken oder Echsen, wie Hannes Michal, der seinen Stein in einen Salamander verwandelte. „Schwer war es nicht, ich habe schon Erfahrung durch meine Arbeit mit Speckstein“, so der 14-Jährige.

Um Erfahrungen der ganz anderen Art ging es im Suchtprojekt von Nadine Bernecker und Heike Drosba, die gemeinsam mit Schulsozialarbeiter Sebastian Roschinski die Drogenkultur in Nordhessen zum Thema machten. Sie informierten über verschiedene Drogenarten, deren Auswirkungen und Möglichkeiten, im Falle übermäßigen Konsums den Teufelskreis Sucht ein für alle mal zu durchbrechen.

Besonders beeindruckend: ein Besuch der stationären Jugendhilfeeinrichtung „Kleiner Bärenberg“ in Wenigenhasungen, wo die ESSler auf zwei junge Frauen trafen, die sich derzeit mithilfe des Therapieangebots der Drogenhilfe Nordhessen nach einer Zeit des gefährlichem Drogenkonsums zurück ins Leben kämpfen. „Es ist schlimm zu sehen, was Drogen mit Menschen machen können“, sagt die 13-jährige ESS-Schülerin Anna-Lisa Meseg.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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