Kreis mit Nachholbedarf bei der Windenergie

Schwalm-Eder. Für Windkraft bietet der Schwalm-Eder-Kreis nicht viele gute Standorte. Das hat kürzlich erst eine Studie des Hessischen Umweltministeriums gezeigt. Aber wenn die Energiewende gelingen solle, müssten die vorhandenen Potenziale besser genutzt werden.

Davon ist Vizelandrat Winfried Becker überzeugt. „Wir haben einen deutlichen Nachholbedarf“, sagte er gegenüber der HNA.

Derzeit werden im Landkreis 26 Windkraftanlagen betrieben, die zusammen 24,7 Megawatt Strom liefern, berichtete Becker. Acht Anlagen im Bereich Gilserberg sollten aufgerüstet werden. Daraus resultiert eine deutliche Leistungssteigerung. Statt bisher 3,9 Megawatt sollen sie künftig 20,5 Megawatt Strom liefern.

Pläne für weitere Neubauten gebe es nicht, erklärte Becker. Es lägen lediglich Anfragen vor für den Bereich Niedenstein/Gudensberg/Edermünde (Langenberge), Spangenberg, Felsberg (Markwald), Willingshausen sowie die Aufrüstung einer Anlage am Knüllköpfchen.

Das alles reiche aber nicht aus. Der Anteil der Windenergie müsse auch in Nordhessen deutlich erhöht werden. Das sei Ergebnis des Hessischen Energiegipfels Ende vergangenen Jahres gewesen, berichtete Becker.

Für den 18. Januar hat der Landkreis alle Bürgermeister eingeladen. Ihnen sollen die Studie des Umweltministeriums und die rechtlichen Voraussetzungen vorgestellt werden, erklärte Becker.

Bis Mitte 2012 soll der Entwurf des neuen Windenergiekonzepts für Nordhessen soweit fertig sein, dass im Herbst die Anhörung erfolgen kann, hat das Regierungspräsidium den Landkreisen mitgeteilt. Es könne aber noch bis zu zwei Jahre dauern, bis der Plan rechtswirksam sei. Für einzelne Kommunen oder über ein Kreiskonzept könnten aber auch schon eher Lösungen gefunden werden.

Von Heinz Rohde

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Hintergrund: Vorranggebiet nur bei Gilserberg

Im Raumordnungsplan ist bisher für den Landkreis nur Gilserberg mit einem Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen. In Nordhessen seien derzeit 2400 Hektar (0,3 Prozent der Fläche) dafür reserviert. Künftig sollen es 14 000 Hektar (zwei Prozent der Fläche) werden, erklärte Vizelandrat Winfried Becker. Noch größer ist der Nachholbedarf im Landkreis. Nur 0,15 Prozent (232 Hektar) der Kreisfläche sind für Windkraftanlagen ausgewiesen.

In Waldeck-Frankenberg spielt Windkraft bereits eine größere Rolle. Dort gibt es 109 Windräder mit einer Leistung von 104 Megawatt. Im Schwalm-Eder-Kreis sind es 26 Anlagen mit 24,7 Megawatt Leistung. (hro)

Quelle: HNA

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