Kreisteil-Analyse: Auf und ab bei SPD und FDP

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Jetzt beginnt die Kreuzchenzählerei: In der Melsunger Stadthalle wurden am Sonntag um 18 Uhr die Wahlurnen geleert. Von links Marion Viereck, Wahlvorsteherin Barbara Braun-Lüdicke, Tobias Jäger und Monika Pietrzak.

Kreisteil Melsungen. Nicht überall hat sich am Montag der Trend vom Wahlabend erhärtet, wonach der Rückenwind für die Grünen zu Lasten der SPD geht. In mehreren Orten im Kreisteil konnten die Sozialdemokraten Zugewinne einfahren.

Das zeigen die vorläufigen Ergebnisse für die Stadt- und Gemeindeparlamente, sofern sie am Montagabend zur Verfügung standen.

SPD

Zuweilen liegt der SPD-Erfolg mit daran, dass die Grünen auf lokaler Ebene keine Kandidaten stellen. In Körle legen die ohnehin starken Sozialdemokraten um drei Punkte auf 69,5 Prozent zu. Das dürfte auch mit der grünen Politik zu tun haben, die SPD-Mann Mario Gerhold als Bürgermeister macht. „Unser langjähriges Bemühen um Klima- und Umweltschutz hat sich ausgezahlt“, sagte der Verwaltungschef der kleinen Öko-Mustergemeinde, die auf Nahwärme und Solarenergie setzt.

In Spangenberg dürfte der bemerkenswerte SPD-Zuwachs um 12,8 Punkte auf 58,8 Prozent jedoch an anderen Ursachen liegen: Die Wählergruppe BFB war nicht mehr angetreten, ihr Stimmenanteil von zuletzt 13,8 Prozent wurde neu verteilt und kam zum größten Teil der SPD zugute. Der oppositionsbewegten BFB-Klientel scheint entgegengekommen zu sein, dass die Sozialdemokraten in der Liebenbachstadt gern auf Konfrontationskurs zum CDU-Bürgermeister gehen.

Anders stehen die Dinge in Melsungen, wo die Genossen schmerzliche Verluste hinnehmen müssen und 10,1 Punkte verlieren. In der Bartenwetzerstadt hat die SPD mit 49,8 Prozent die absolute Mehrheit knapp verpasst.

Grüne

Mit 17,9 Prozent könnten die Grünen in Guxhagen dreimal so personalstark wie bisher auftrumpfen, falls sich die Prognose bestätigt. Für die Fuldagemeinde lagen gestern – ebenso wie für Malsfeld und Felsberg – lediglich Trends vor. Danach wäre die Ökopartei in der Drei-Burgen-Stadt für 16,1 Prozent gut. Die dritte grüne Fraktion im Kreisteil gibt es in Melsungen, wo die Bündnisgrünen nach fünfjähriger Pause in neuer Besetzung angetreten sind und auf 12,2 Prozent kommen, wie bereits feststeht. Mit Blick auf den beflügelnden Aufwind für die Grünen räumt der Guxhagener Gemeindeparlamentarier Rolf-Peter Ligniez ein „dass uns da Dinge von außen zugeschrieben wurden“.

FDP

Auch die Liberalen konnten mancherorts Boden gut machen – so in Morschen, wo die kreisweit relativ stärkste FDP-Gemeindeparlamentsfraktion einen Zugewinn von von 2,1 Punkten auf 19,0 Prozent verbuchte, sowie in Spangenberg. Dort hat sich die FDP von 3,7 auf 7,4 Prozent gesteigert. Die Kollegen in der liberalen Hochburg Melsungen sind mit einem blauen Auge davongekommen: Ihre Einbußen von minus 2,4 Punkten auf 14,1 Prozent fallen wesentlich moderater aus, als der Trend vom Sonntagabend zunächst nahegelegt hatte. Die Stadtverbandsvorsitzende Marion Viereck sagte, man habe gegen mehrere Faktoren ankämpfen müssen: einmal gegen den negativen Bundestrend und zum anderen gegen den Umstand, dass die Melsunger diesmal die Wahl zwischen fünf statt bislang drei Parteien hatten.

CDU

Kein Vergnügen ist der Blick auf den Wahltrend auch für die Union: Verluste von durchschnittlich drei, vier Prozent deuten sich an. In Melsungen etwa rutschte die CDU von 23,6 auf 17,2 Prozent, für Malsfeld sagt ihnen die Prognose 13,8 statt bisher 17,2 Prozent voraus. Allein in Morschen haben die Christdemokraten ihren Stimmenanteil halten können, wie bereits feststeht.

Wählergemeinschaften

Traditionell stark sind örtliche Wählergemeinschaften in Malsfeld, wo der Gemeinschaftsliste Hochland-Fuldatal ein Plus um 2,2 Punkte auf 23,1 Prozent vorhergesagt wird, sowie in Guxhagen: Dort zeichnen sich leichte Verluste und ein Anteil von 22,4 Prozent ab. In Melsungen ist erstmals eine FWG angetreten, sie holte einen Stimmenanteil von 6,7 Prozent. Die Wählergruppe „Die freien Bürger“ in Felsberg könnte laut Prognose weiterhin zwischen fünf und sechs Prozent der Stimmen landen.

Quelle: HNA

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