Kreisverkehr: Viele Fahrer sind verunsichert - Vorfahrt geändert

Breuna. Wenn’s kreiselt, schwindet das Wissen um die Regeln im Straßenverkehr - das scheint auf manchen Verkehrsteilnehmer zuzutreffen. Denn viele Autofahrer haben Probleme, einen Kreisel richtig zu durchqueren. Häufig wird unmotiviert und falsch geblinkt.

„Jeder blinkt so, wie er will, aber keiner so, wie er soll“, sagt Ingo Gutbier aus Bad Emstal, der seit 14 Jahren als Fahrlehrer im Wolfhager Land unterwegs ist.

Ein Problem sei, dass früher beim Einfahren in den Kreisel geblinkt werden musste, heute aber nicht mehr. Und, so beobachtet Ingo Gutbier, blinken noch immer viele Autofahrer links, um anzuzeigen, dass sie im Kreisel bleiben wollen. Aber auch das ist nach den heute geltenden Regeln im Kreisverkehr nicht mehr zulässig.

Dass es dennoch so viele tun, liegt nach Einschätzung des Fahrlehrers an den Änderungen, die im Februar 2002 in Kraft getreten waren. Zudem habe die Mehrzahl der Autofahrer den Führerschein vor diesem Zeitpunkt erworben. Gerade ältere Fahrer könnten sich schwer umgewöhnen. Und so erlebt der Fahrlehrer im Kreisverkehr alles Mögliche: vom falschen Blinken bis hin zum plötzlichen Halten.

Doch trotz der Schwierigkeiten, die viele Autofahrer zu haben scheinen, stellt die Polizei keine Erhöhung der Unfallzahlen an den Kreiseln im Altkreis Wolfhagen fest. Im Gegenteil: „Ich kann mich nicht erinnern, dass es bislang überhaupt einen Unfall an einem der Kreisel gegeben hätte“, berichtet Karsten Turski, Sprecher der Polizeistation in Wolfhagen. Daher sei die Einführung des Kreisverkehrs insgesamt eine gute Sache. Denn die Leute würden achtsamer fahren. So habe beispielsweise der Kreisel in der Ortsmitte von Breuna die Unfallzahlen gesenkt. Zwar sei die Stelle zuvor kein Unfallschwerpunkt gewesen, berichtet Breunas Bauamtsleiter Ralf Hartmann. Doch hin und wieder sei es schon zu Zusammenstößen gekommen.

Der Breunaer Kreisel ist im Jahr 2007 in Betrieb gegangen und war im Zuge des Zubringers zur A 44 nötig geworden, erklärt Bauamtsleiter Hartmann. Vorher war der Verkehr an dieser Stelle durch eine abknickende Vorfahrtsstraße geregelt worden. Anfangs, so Ralf Hartmann, habe es vonseiten der Bevölkerung viele Zweifel gegeben. Doch inzwischen rolle der Verkehr ohne weitere Probleme. Sieht man von der Unsicherheit mancher Verkehrsteilnehmer ab. Doch die haben glücklicherweise bislang nicht zu Unfällen geführt.

Von Vera Glass und Thomas Thiele

Quelle: HNA

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