Die neu gestaltete Gräberstätte in Merxhausen soll ein „Lernort des Friedens“ sein

Opfer mahnen zum Frieden

Erinnerung an die Kriegstoten: Nicht mehr wie bisher schlichte Holzkreuze, sondern eine Steinstele mit den Namen der dort begrabenen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter ziert die neu gestaltete IRO-Gräberstätte in Bad Emstal-Merxhausen. Fotos: Ludger Verst

Merxhausen. Kein Volkstrauertag wie jeder andere auf der neu gestalteten Gräberstätte in Bad Emstal-Merxhausen. 

Wo unterhalb des alten Hospitalfriedhofs vor einem Jahr noch eine platte Wiese war, ist aus einer fast vergessenen Kriegsgräberstätte eine beeindruckende letzte Ruhestätte für die 63 heimatlosen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen geworden, die im Hospital der Internationalen Flüchtlingsorganisation (IRO) nach 1945 verstorben sind.

Lernen für die Zukunft: Schüler der Christine-Brückner-Schule nahmen an der Feier teil.

Am Sonntagnachmittag wurde in einer feierlichen Gedenkstunde der Toten gedacht. Bürgermeister Ralf Pfeiffer hob die Gräberanlage als Teil des so genannten „Friedenspädagogischen Lehrpfades“ hervor, der 2012 in das im Landkreis Kassel bestehende ECO-Pfad-Programm aufgenommen werden soll.

Orte gegen das Vergessen

Oberst a.D. Jürgen Damm, Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Kassel im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, warb in seiner Ansprache für den Gedanken, Kriegsgräberstätten neben ihrer Funktion als Trauer- und Gedenkorte stärker als „Lernorte des Friedens“ zu begreifen. ECO-Pfade sollen dazu anregen, sich mit der Geschichte der jeweiligen Region zu beschäftigen, Zeugnisse der Vergangenheit mit anderen Augen zu sehen und sie damit auch für die Zukunft zu bewahren.

Dass dies nicht fromme Sonntagsreden sind, zeigten unter den Besuchern der Gedenkveranstaltung vor allem Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 der Christine-Brückner-Schule Bad Emstal, von denen einige im Rahmen einer Projektarbeit Zeitzeugen befragt hatten.

Von Ludger Verst

Quelle: HNA

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