Kriminalitätsstatistik Schwalm-Eder-Kreis: Spitzenwert bei Aufklärungsarbeit

Einbruchsschutz zahlt sich aus: In vielen Fällen scheiterten Einbrecher im vergangenen Jahr, weil sie es mit Alarmanlagen oder gut gesicherten Fenstern und Türen zu tun bekamen. Foto: Archiv

Schwalm-Eder. Der Schwalm-Eder-Kreis ist weiterhin ein sicheres Pflaster. Das jedenfalls weist die Kriminalitätsstatistik für 2011 aus, die Donnerstag in Homberg vorgelegt wurde. Die Zahl der Straftaten ist gegenüber 2010 zwar leicht auf 7655 Delikte gestiegen.

Doch das ist immer noch der zweitbeste Wert in 20 Jahren. Und die Aufklärungsquote kann sich sehen lassen. Mit 62,6 Prozent rangiert der Schwalm-Eder-Kreis in Hessen weit vorne. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert für das Land liegt bei 58,5 Prozent. Lob für diese ausgezeichnete Arbeit gab es Donnerstag auch von Polizeipräsident Eckhard Sauer.

Die Zahl der Gewaltverbrechen ging insgesamt leicht zurück, und bei Mord, Totschlag und fahrlässiger Tötung blieb es jeweils bei versuchten Taten. Sieben solcher Fälle beschäftigten die Polizei in 2011, im Jahr zuvor waren es 13.

Bei den Raubdelikten verzeichnet die Polizei ebenfalls einen Rückgang, sie hatte es aber auch mit so spektakulären Fällen wie dem Überfall auf ein Ehepaar in Niedervorschütz zu tun. Die Täter gingen den Beamten bei einem weiteren Versuch in Homberg auf frischer Tat ins Netz. Auch eine Serie von sechs Raubüberfällen vor allem auf Spielotheken und Tankstellen wurde aufgeklärt.

Sprunghaft angestiegen ist die Zahl der ermittelten Rauschgiftdelikte. Hintergrund ist ein Ermittlungserfolg: Mit großem personellen Aufwand ließ die Polizei bei einer Razzia in einem Asylbewerberheim in Schwalmstadt einen Drogenring auffliegen.

Über 200 Strafverfahren wurden eingeleitet, berichtete Achim Kaiser, der Leiter der Regionalen Kriminalinspektion. Die Polizei achtet aber auch bei Kontrollen im Straßenverkehr vermehrt darauf, ob Autofahrer unter Drogeneinfluss stehen.

Die politisch motivierten Straftaten sind in den vergangenen zwei Jahren deutlich zurückgegangen. 115 Delikte, vor allem im Rechtsradikalen-Spektrum, beschäftigten die Polizei in 2009. Im Vorjahr waren es noch 54 Straftaten.

In diesem Bereich sei man mit großem Aufwand vorgegangen. Es habe 20 Verurteilungen gegeben. Aber auch die Aktivitäten der Initiative „Gewalt geht nicht“ zeigten Wirkung, erklärte Dirk Stippich, der Chef der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Während die Statistik für Diebstähle und Wohnungseinbrüche eine rückläufige Tendenz aufweist, nimmt die Zahl der Betrugsfälle per Internet zu. Opfer von Datenklau und unseriösen Gewinnspielen würden oft ältere und gutgläubige Menschen.

Der Schutz gegen Wohnungseinbrüche zahlt sich nach Einschätzung der Polizei aus. 130 Delikte registrierte sie. In 54 Fällen blieb es aber beim versuchten Einbruch.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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