Hiddeser Feld: Kripo ermittelt gegen Lkw-Boxenfirma

Leutkirch/Wolfhagen. Unmissverständlich verkündet die Tafel auf dem Industriegrundstück in Leutkirch im Allgäu: „Hier entsteht als Musteranlage für Europa eine Sicherheitsparkanlage für Lkw.“ Doch der ausgewiesene Bauherr, die Esssys-Deutschland GmbH & Co. KG, hat es nie wirklich zum Eigentümer des Grundstücks gebracht.

„Der Vertrag ist nie zustande gekommen“, sagt der Leutkircher Stadtbaumeister Claudio Uptmoor. Für Leutkirch sei das Thema Esssys ad acta gelegt. Hintergrund: Dem Unternehmen aus dem bayerischen Weitnau fehlte schlichtweg das nötige Kapital, um den Kauf des Grundstückes perfekt zu machen.

Esssys hatte Anfang des Jahres zudem starkes Interesse bekundet, die Sicherheitsboxen auch auf dem Hiddeser Feld neben der A44 errichten zu wollen. Auf dem Hiddeser Feld, so das Unternehmen im Januar, sollen 40 Boxen errichtet werden. Ein entsprechendes Gelände von 25.000 Quadratmetern habe man sich reservieren lassen. Mehr ist nicht geschehen.

Derweil zieht die Geschichte weitere Kreise. Unter der offiziellen Geschäftsadresse ist die Esssys GmbH nicht mehr zu erreichen, alle Leitungen sind tot. Dies sei kein Wunder, teilt der ursprünglich mit der Projektplanung beauftragte Isnyer Architekt mit. Vielmehr ermittle bereits die Kriminalpolizei gegen den Geschäftsführer des Unternehmens. Alexander Resch, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Kempten, bestätigt diese Aussage. Weitere Details könne er aber aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht liefern.

Details kennt dagegen der betroffene Isnyer Architekt. Es handle sich nach seinem Kenntnisstand um weit über zehn Geschädigte, sowohl aus Baden-Württemberg als auch aus Bayern. Sein eigener Schaden belaufe sich in Höhe einer stolzen Summe, schließlich habe er im Auftrag des Weitnauer Geschäftsmanns neben Wolfhagen noch Projekte in Köln und Rastatt in die Wege geleitet. „Man hat wohl unser Know-how genutzt, um an das Geld anderer zu kommen“, vermutet der Isnyer.

Diese Geschäfte sind nun geplatzt. Greifbar ist der Esssys-Geschäftsführer derzeit nicht. Ins Ausland habe er sich abgesetzt, ist von Seiten der Gläubiger zu erfahren.

Wie hoch sich der verursachte Gesamtschaden beläuft, klären die Kemptener und Ravensburger Abteilungen für Wirtschaftskriminalität in den kommenden Wochen.

Quelle: HNA

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