Möglichkeiten der Betreuung im Landkreis sehr unterschiedlich

Krippenplätze: Es gibt noch Nachholbedarf

Schwalm-Eder. Die gute Nachricht für Eltern von Kindern zwischen einem und drei Jahren: In puncto Betreuung liegt der Schwalm-Eder-Kreis über dem Landesdurchschnitt.

Die schlechte Nachricht: Viele Kommunen müssen noch weitere Plätze bereitstellen, um den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für U3-Kinder, der ab 1. August 2013 gilt, zu erfüllen.

Die Versorgungsquote liegt im Kreisdurchschnitt zum Ende dieses Jahres bei 32 Prozent, das Bundesgesetz fordert 35 Prozent, der Landkreis peilt laut Kreistagsbeschluss 37 Prozent an. Doch blickt man auf die einzelnen Städte und Gemeinden schwanken die Zahlen erheblich: zwischen 21 Prozent in Ottrau, wo allerdings auch das Interesse der Eltern gering ist, und fast 60 Prozent in Malsfeld. Dort liegt die Nachfrage dennoch über dem vorhandenen Angebot.

Um die 37 Prozent im Kreis-durchschnitt zu erreichen, müssen noch 151 Plätze geschaffen werden, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Winfried Becker. Dafür müsste neu- oder angebaut werden. Das wiederum ist mit Kosten verbunden.

Bisher hat der Landkreis laut Becker 6,1 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm erhalten. „Wir werden noch zwei Millionen Euro brauchen“, schätzt er. Die würden seitens des Bundes aber wohl kaum zur Verfügung stehen. Für 2012 hat der Schwalm-Eder-Kreis 1,6 Millionen Euro beantragt, die er voraussichtlich nicht erhalten werde. In diesem Jahr habe der Kreis nur eine Million bekommen. Becker: „Der Bedarf lässt sich mit Bundesgeld nicht finanzieren. Somit lässt sich der Rechtsanspruch ab August 2013nicht erfüllen, weil auch die Gemeinden kein Geld haben.“ Die mögliche Folge: Es könnte zu einer Klagewelle führen, wenn Eltern auf den Rechtsanspruch pochen.

Neben dem fehlenden Geld gebe es noch ein weiteres Problem: den Mangel an Erzieherinnen.

Quelle: HNA

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