Krippenplätze reichen - Kommunen bei U-3-Betreuung überversorgt

Wolfhager Land. Kommunen müssen ab dem kommenden August haften, wenn sie Eltern keinen Kita-Platz für ihre unter dreijährigen Kinder zur Verfügung stellen können (wir berichteten).

Die Wissenschaftler Dr. Thomas Meysen und Jana Beckmann vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht in Heidelberg haben in einem Gutachten, das das Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben hat, die Folgen untersucht, die der Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren auf einen Kindergartenplatz mit sich bringt. So müssen Kommunen neben dem sicheren Platz auch auf individuell notwendige Betreuungszeiten eingehen, etwa, wenn die Eltern im Schichtdienst arbeiten. „Die Grenzen liegen hier allein bei der Notwendigkeit und dem Kindeswohl“, sagt Gutachter Thomas Meysen.

Könne ein Elternteil eine Arbeitsstelle nicht antreten oder müssten Eltern sich selbst eine Betreuung beschaffen, könnten sie den Landkreis auf Schadenersatz verklagen. Als Aufsichtsbehörde der Jugendhilfe ist es der Landkreis, der im Fall der Fälle verklagt wird und den Schadensersatz organisieren muss. „Das macht uns keine Angst“, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Im März dieses Jahres hätten die Kreis-Kommunen ihre Pläne für U-3-Plätze vorgelegt. Danach sei man beim Kreis sehr zuversichtlich, dass es alle schaffen, die geforderte 35-Prozent-Quote zu erfüllen.

Einige Kreiskommunen seien schon jetzt sogar mit entsprechenden Plätzen überversorgt. Kühlborn nennt Naumburg, Calden und Espenau.

In Naumburg wird es 25 Plätze für Kinder unter zwei Jahren geben, in Bad Emstal könne man nicht abschätzen, wieviele Kinder angemeldet werden. In Breuna, Zierenberg und Habichtswald wird es zentrale Gruppen geben. Wolfhagen setzt neben einer Krippengruppe zudem auf den Einsatz von Tagesmüttern.

Von Bea Ricken und Diana Rissmann

Quelle: HNA

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