Ode an die Krise

Kabarettisten „Herkuleskeule“ verulkten die aktuelle Politik

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„Vorzurückzurseiteran“: Die vier Kabarettisten Mandy Partzsch (von links), Brigitte Heinrich, Detlef Nier und Michael Rümmler stellen ihr neues Bühnenprogramm vor.

Homberg. Für Flüchtlinge des närrischen Karnevalstreiben am Wochenende, die den Samstagabend aber auch nicht zu Hause auf dem Sofa verbringen wollten, präsentierten vier Kabarettisten der „Herkuleskeule“ aus Dresden in der Homberger Stadthalle ihr neustes Programm „Vorzurückzurseiteran“.

Sie sorgten für einen unterhaltsamen Abend im gefüllten Saal.

Wie angekündigt, sparten Brigitte Heinrich, Detlef Nier, Michael Rümmler und Mandy Partzsch nicht an schwarzböser Satire auf politischem Parkett mit teils scharfzüngig-kritischen, teils satirisch-makabren und durchweg sinnigen Beiträgen. Musikalisch begleitet wurden sie durch die beiden Vollblutmusiker Jens Wagner und Volker Fiebig.

Kanzlerin „Mutti“: Brigitte Heinrich stellt die politische Powerfrau Deutschlands gekonnt dar.

Egal ob innerdeutsche Angelegenheiten, weltweite Krise oderKriegsgeschehen, die Vier auf der Bühne widmeten sich jedem aktuellen Thema: von EU bis Ukraine, von Flüchtlingsstrom bis Bundesliga. Auch Mutti-Kanzlerin Merkel, die mit „frommem Blick und weichem Haar, gleich einer Jean d’Arc aus der Uckermark“ die Geschicke dieses Landes lenke, bekam ihr Fett weg. Schließlich „ist sie die beleibteste Kanzlerin, die Deutschland jemals hatte“ und das war auf jeden Fall eine Ode wert. Ob sie bei der nächsten Wahl, die laut der Akteure auf der Bühne doch eigentlich auf die Wähler verzichten könne, noch eine Chance habe oder zuvor dem Vorbild anderer, wie etwa Ronald Pofalla folge und auf einen Posten in der Wirtschaft ausweichen wird, hänge sicher nicht von ihrem eindeutigen „Jain“ zum Atomausstieg ab.

Nein, die Zukunft des Landes liege in den Händen von Roger-Maurizius, David-Alexander und Lasse-Ole, deren Eltern zwar heute noch gegen die Klassenlehrer auf dem schulischen Schlachtfeld des Elternsprechtages in den Krieg ziehen, die aber morgen schon durch jedes nur mögliche Förderangebot auf dem Olymp des intellektuellen Niveaus angekommen sein werden. „Klingt zwar komisch, ist aber so.“ (zen)

Quelle: HNA

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