Kritik an Organisation im Ehlener Erlebnisbad

+
Beliebt und oft gut besucht: Am Bademeister des Erlebnisbades in Ehlen gibt es offene Kritik durch einen Stammgast, der die Aufsichtspflicht nicht immer gewährleistet sieht.

Habichtswald. Die Personaldecke ist dünn, aber ausreichend. Mit diesen Worten beschreibt Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue die Mitarbeitersituation im Erlebnisbad Ehlen. Harald Klippert hegt nach mehreren Besuchen im Freibad Zweifel an der Richtigkeit dieser Einschätzung.

Er habe beobachtet, wie der Schwimmmeister statt sich um die Aufsicht am Becken zu kümmern, Eintrittskarten verkaufte. Für ihn, der während seines Studiums in Mitte der 1970er-Jahre selbst im Hallen- und Freibad Süd in Kassel als Bademeister tätig war, ein Ding der Unmöglichkeit. Daher setzte er sich Ende Juli hin, schrieb einen Brief an Bürgermeister Raue und bat um Antwort bis zum Ende der Freibadsaison. Die Gemeinde reagierte mit einem Zweizeiler, kündigte an, den Sachverhalt zu prüfen und detailliert Stellung zu beziehen. Auf diese Antwort wartet Harald Klippert noch immer.

In dem Brief an die Gemeindeverwaltung schreibt der Habichtswalder: „Als ständiger Besucher des Freibades in Ehlen habe ich in dieser Badesaison bereits vielfach beobachtet, dass sich der allein anwesende „Bademeister“ selbst bei regem Badebetrieb jeweils für längere Zeit im Kassenraum aufhielt und dort mit dem Verkauf von Eintrittskarten beschäftigt war.“ Was, so wirft er die Frage auf, wenn sich in dieser Zeit ein schwerwiegender Unfall ereignet hätte?

Inzwischen hat sich Klippert mit einem weiteren Brief an den Landkreis Kassel gewandt. Darin gibt er an, dass am 10. September das Bad proppevoll und der Schwimmmeister abermals mit dem Verkauf von Tickets beschäftigt gewesen sei. Der Drei-Meter-Sprungturm habe wegen des regen Betriebs im Becken gesperrt werden müssen. Einige Gäste hätten sich aber doch auf den Turm gemogelt, seien gesprungen „und nur wenige Zentimeter entfernt von im Becken befindlichen Schwimmern gelandet“.

Der Sprecher des Landkreises Kassel, Harald Kühlborn, sagte, dass die Kreisverwaltung nicht zuständig sei. Habichtswalds Bürgermeister kündigte an, nach Abschluss der Badesaison (Sonntag) mit allen Beteiligten eine Stärken-Schwächen-Analyse zu erstellen. Raue räumte ein, dass es in den vergangenen Wochen und Monaten „grenzwärtige Situationen“ im Bad gegeben habe. Allerdings seien alle rechtlichen Bestimmungen erfüllt worden.

Morgens, wenn viele Gäste mit Dauerkarten ins Bad wollten, habe man schon mal auf das Kassenpersonal verzichtet. Die Kassiererin habe aber unter Abruf gestanden, für den Fall, dass es voller geworden wäre. An besonders stressigen Tagen sei der Schwimmmeister unterstützt worden von Mitgliedern der DLRG.

Quelle: HNA

Kommentare