Leser bezeichnet Spur als "wahnwitzig"

Melsunger Notfallspur: Kritik an Verkehrsführung reißt nicht ab

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Nofallspur: Die Spur neben der Verschwenkung soll verhindern, dass Lkw mit defekten Bremsen in die Innenstadt rasen.

Melsungen. Nach dem Unfall von Nikolaj Gubenko, der 1995 mit seinem Lkw in die Innenstadt gerast war, wurde in Melsungen eine Notfall-Spur eingerichtet. Doch seitdem reißt die Kritik an der Spur an der Bundesstraße 253 kurz vor dem Ortseingang Melsungen nicht ab.

So bemängelt aktuell Leser Roland Knorr aus Felsberg die „wahnwitzige Notfallspur“. Er schreibt, dass links eine Pkw-Spur eingerichtet sein könnte und man anschließend im Reißverschlusssystem gut und unfallfrei einfädeln könnte.

Jürgen Klotzbach, Ermittlungsgruppenleiter bei der Melsunger Polizei sieht das anders. Andere Lösung würden andere Unfallgefahren schaffen. Angesprochen auf eine zweite Spur für Pkw sagt Klotzbach: „Es könnte ja nicht ausgeschlossen werden, dass diese zweite Spur nicht auch von Lkw-Fahrern benutzt werden würde.“ Dann, so schildert der Beamte, könnte es wieder dazu kommen, dass ein Lkw in die Innenstadt rast.

„Die Notfallspur funktioniert. Aus unserer Sicht ist die bestehende Lösung die beste“, sagt Klotzbach. Er können sich an einen Vorfall im Jahr 2000 erinnern, als ein Lastwagen mit defektem Bremssystem in Kiesbett gelandet sei.

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2004 war es noch einmal zu einem tödlichen Unfall gekommen, weil ein Lkw statt in die Notfallspur in den Gegenverkehr gefahren sei. Daraufhin wurden laut Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus noch  einmal Veränderungen an der Notfallspur vorgenommen. „Es wurde ein Überholverbot und eine Sperrfläche eingerichtet“, sagt Sinemus. Erst im vergangenen Herbst sei das Kiesbett erneuert worden. Auch er sagt, dass die vorhandene Lösung die beste sei.

Jürgen Klotzbach erläutert, dass durch Fahrbahnteiler aus Beton unter anderem verhindert werden solle, dass der Fahrer eines defekten Lkw ohne weiteres in den Gegenverkehr steuern könne.

„Unfälle kann man aber natürlich nie ganz ausschließen“, sagt Klotzbach. Im März 2014 war ein Pkw mit defekten Bremsen in den Gegenverkehr gefahren, um einen Auffahrunfall in der Notfallspur zu verhindern. Der Mann blieb unverletzt. (kam)

Quelle: HNA

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