Mobiles Telefonieren und Internet

Ärger um Sendemast: Ortsbeirat Rhünda ist gegen geplanten Standort

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An dieser Stelle könnte sich die Deutsche Funkturm GmbH einen Sendemast vorstellen: Ortsvorsteher Reinhart Wendel auf dem Parkplatz neben dem Sportplatz in Rhünda.

Rhünda. Mobilfunkmasten machen mobiles Telefonieren und im Internet surfen möglich, sie stoßen zum Teil aber auch auf Kritik - etwa in Rhünda.

Die Deutsche Funkturm GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, hatte den Parkplatz neben dem Sportplatz des SC Rhünda als Standort für einen Mobilfunkmast in Betracht gezogen. Der Mast soll nach Auskunft von Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney neben Rhünda auch umliegende Orte wie Niedermöllrich und Altenburg versorgen.

Der Ortsbeirat Rhünda hat sich aber mehrheitlich gegen den Standort am Sportplatz ausgesprochen. Wir stellen die Argumente des Ortsbeirats und der Deutschen Telekom gegenüber.

STRAHLUNG 

Ortsbeirat: „Der Platz ist denkbar ungeeignet“, sagt Ortsvorsteher Reinhart Wendel. „Von dort bis zu den nächsten Wohnhäusern sind es nur 100 Meter.“ Da man nicht wisse, welche Folgen die Strahlung solcher Mobilfunkmasten auf die Dauer habe, sei das bedenklich.

Telekom: Es gebe zwar sehr strenge Richtlinien für das Aufstellen von Mobilfunkmasten, sagt Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney. Aber ein Mindestabstand zur Wohnbebauung sei nicht vorgeschrieben. „Was viele nicht wissen: Je näher ein Mobilfunkmast an einem Wohngebiet steht, um so geringer sind die Emissionen, weil der Mast nur eine kleine Sendeleistung braucht, um die Nutzer zu erreichen“, erläutert McKinney. Die vorgeschriebenen Grenzwerte für Strahlung würden ohnehin deutlich unterschritten.

STANDORT 

Ortsbeirat: Gegen den Standort spricht aus Sicht des Ortsbeirats auch, dass dieser im Landschaftsschutzgebiet liegt. In der Vergangenheit habe man deshalb Schwierigkeiten gehabt, eine Genehmigung für Veranstaltungen auf dem Platz zu erhalten, berichtet Wendel. „Und jetzt wollen die hier etwas Festes installieren“, wundert er sich. Nicht nur die vorgesehene Höhe des Funkmastes von 40 Metern ist aus Sicht des Ortsbeirats abschreckend - auch der angekündigte Platzbedarf von 200 Quadratmetern. Damit könnte die künftige Nutzbarkeit des Platzes für Veranstaltungen weiter eingeschränkt werden, fürchtet der Ortsbeirat.

Telekom: Der Standort am Sportplatz sei gut für einen Masten geeignet, weil dort keine Bäume oder Berge die Funkversorgung behindern könnten, sagt Telekom-Sprecher McKinney. Aber: „ Es hat keinen Sinn, einen Mobilfunkmast aufzustellen, wenn es Widerstände vor Ort gibt.“ Dann müsse man nach einem anderen Standort suchen. „Wir machen das nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil es einen Bedarf gibt“, sagt McKinney. „Der Hunger nach Bandbreite wächst.“ Es gebe eine Vereinbarung zwischen Mobilfunkbetreibern und Städte- und Gemeindebund: „Wir versuchen immer, bei der Standortsuche einen Konsens zu finden.“

ALTERNATIVEN 

Ortsbeirat: Man sei nicht grundsätzlich gegen einen Sendemast in Rhünda, betont Ortsvorsteher Wendel. Deshalb habe man den geplanten Standort zwar abgelehnt, aber dafür Alternativvorschläge gemacht - etwa, den Mast stattdessen am Steinbruch aufzustellen. „Dort gibt es auch eine Stromverbindung und Zufahrtswege“, argumentiert Wendel.

Telekom: Alternative Vorschläge für einen Mobilfunkmast-Standort in Rhünda lägen der Telekom bislang noch nicht vor, sagt George-Stephen McKinney. Wenn, dann müssten diese Vorschläge geprüft werden. Grundsätzlich dauere es von dem Moment, wo man einen geeigneten Standort gefunden hat, bis zur Inbetriebnahme noch anderthalb Jahre.

Hintergrund: Bedenken auch in Gensungen

Rhünda ist kein Einzelfall: Im Sommer 2013 berichtete die HNA über ein ähnliches Problem im Felsberger Stadtteil Gensungen. Auch dort gab es Pläne für einen Mobilfunkmasten, und zwar auf dem Gelände des Bahnhofs. Die DB Netz AG wollte dort einen solchen Masten aufstellen - der Ortsbeirat war dagegen. Wir fragten bei Ortsvorsteherin Heidi Folwerk nach, was aus der Sache geworden ist. Bislang steht zwar noch kein Funkmast auf dem Bahnhofsgelände in Gensungen. Aber: „Der Mast soll nach wie vor aufgestellt werden“, berichtet Folwerk. Die Bedenken des Gensunger Ortsbeirats hätten an den Plänen der DB Netz AG also nichts geändert.

Quelle: HNA

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