Achtung Autofahrer: Die Kröten kommen aus ihren Winterquartieren

Naumburg. Das warmfeuchte Wetter der kommenden Tage lockt Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. In der nächsten Zeit ist überall mit den ersten Amphibien-Wanderungen zu rechnen.

Umweltschützer fordern daher die Autofahrer auf, während der Dämmerung vorsichtig zu fahren, das Tempo zu drosseln und Rücksicht auf liebestrunkene Lurche zu nehmen.

Ein besonderes Augenmerk richtet der Nabu in diesem Jahr auf den Lurch des Jahres, die Erdkröte (Bufo Bufo). Die Erdkröte ist zwar eine der häufigsten heimischen Amphibienarten, aber dennoch durch den stetig zunehmenden Straßenverkehr bedroht. Ab einer Nachttemperatur von fünf Grad Celsius verlassen die wechselwarmen Erdkröten in der Abenddämmerung ihre Winterquartiere und wandern zu den Laichgewässern. Sie sind besonders bei feuchtem Wetter unterwegs, sagt Thomas Fingerling.

Auf den bis zu zwei Kilometer langen Wanderungen müssen viele Kröten Straßen überqueren. Manchmal bleiben die Kröten längere Zeit auf der warmen Fahrbahn sitzen und werden ein leichtes Opfer anrollender Autos. Eine oft unterschätzte Gefahr sei der Strömungsdruck der Fahrzeuge. Bei Geschwindigkeiten über 30 Stundenkilometern würden Amphibien getötet, die am Straßenrand sitzen. Der Strömungsdruck der Pkw bringe die inneren Organe zum Platzen.

Neben der Erdkröte sind im Wolfhager Land auch Grasfrosch, Teich-, Berg- und Kammmolch verbreitet. Neben dem Straßenverkehr sorge auch ein Verschwinden der Feuchtbiotope für einen Rückgang unter den Amphibien, sagt Dr. Reiner Kunz von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Kassel.

Um eine bessere Übersicht über die Krötenwanderung in Hessen zu erhalten, bittet der Nabu Hessen, Krötenfunde zu melden. Dabei sollen in diesem Jahr nicht nur lebendige Kröten gezählt werden, sondern auch diejenigen, die im Straßenverkehr zu Tode kommen. Alle Naturfreunde, die bei der Krötenzählung mitmachen möchten, können ihre Funde auf der Webseite www.erdkröte-hessen.de eingeben. Für ehrenamtliche Naturschützer beginnt nun die Wandersaison. Viele Naturschutz-Gruppen betreuen Krötenzäune, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten. Bei entsprechender Witterung heißt es nun, abends besondere Vorsicht walten zu lassen.

Die Nabu-Gruppe Wolfhagen-Naumburg hat vor wenigen Tagen im Bereich der K 107, zwischen Bründersen und Wolfhagen einen Schutzzaun aufgestellt. Die Vorstandsmitglieder Dieter Engelhardt und Hilmar Bergmann, der auch Betreuer des dortigen Schutzgebietes Glockenborn ist, installierten die Anlage, die vom Regierungspräsidium zur Verfügung gestellt wurde. Dieter Engelhardt übernimmt auch die Betreuung der Anlage. (ant)

Quelle: HNA

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