Landwirt entdeckte schließlich den Vermissten

Krücke brachte den Retter auf die Spur

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Fand den Vermissten: Lothar Geisel entdeckte den gesuchten Adolf Redlich. Stundenlang war er zuvor auf seinem Motorrad auf der Suche.

Ottrau. Eine Krücke auf einem Waldweg führte die Retter auf die Spur des 84-jährigen Adolf Redlich aus Ottrau. Dieser war Montag mit einem Großaufgebot gesucht worden, weil er nicht wie angekündigt vom Pilzesammeln zurückgekommen war.  

Der an Diabetes erkrankte Rentner war am Morgen in seinem Elektro-Rollstuhl in den Wald gefahren, um Pilze zu sammeln. Allerdings wollte er gegen 12 Uhr wieder zurück sein.

Als er ausblieb, suchten ihn seine Angehörigen zunächst allein, gegen 13.15 Uhr wurde die Polizei informiert. Ab diesem Zeitpunkt halfen auch viele Ottrauer mit Motorrädern und Quads bei der Suche, schilderte Polizeisprecher Reinhard Giesa.

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Auch Landwirt Lothar Geisel schwang sich kurzerhand auf seine Motocross-Maschine und beteiligte sich an der Suchaktion. „Ich habe lange als Waldarbeiter gearbeitet und kenne mich daher dort gut aus“, erklärte der 59-jährige Ottrauer am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Zunächst wurden die Hauptwege im Wald abgesucht - ohne Erfolg. Also fuhr Lothar Geisel auch die Schleichwege ab und fand eine Krücke, die Adolf Redlich verloren hatte. Doch die Suche im Umkreis ergab des Fundortes brachte zunächst keine Ergebnisse.

Also wurde Hundestaffeln angefordert. Denn die Zeit drängte. „Gegen acht wird es ja schon dunkel“, so Lothar Geisel. Zudem musste damit gerechnet werden, dass der 84-Jährige einen Zuckerschock erlitten hatte.

Daher suchte Lothar Geisel noch einmal in der Nähe des Krückenfundortes und stieß auf einen zugewachsenen Wiesenpfad am Rande des Waldes. „Ich konnte mir aber nicht vorstellen, dass ich Herrn Redlich dort finde, denn der Weg war durch Gehölz eigentlich unpassierbar“, erinnert sich Geisel.

Trotzdem ließ er sein Motorrad stehen und erkundete zu Fuß den Weg. Im hohen Gras entdeckte er schließlich Adolf Redlich, der in seinem Elektro-Rollstuhl saß.

Der alte Mann hatte sich mit seinem Gefährt auf dem Rückweg der Pilzsuche dort festgefahren. „Ich war richtig erleichtert“, sagte Lothar Geisel, der über drei Stunden nach Adolf Redlich gesucht hatte.

An der Suche beteiligten sich auch die Hundestaffeln aus Ottrau und Hersfeld-Rotenburg mit zwölf Hunden, alle Feuerwehren der Gemeinde Ottrau, Jagdpächter, viele Verwandte und Ottrauer Einwohner.

Ebenso erleichtert war die Familie von Adolf Redlich. „Meinem Vater ist in guter Verfassung“, bestätigte Wilfried Redlich und fügte hinzu: „Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die bei der Suche nach meinem Vater geholfen haben.“

Quelle: HNA

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