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fsi kündigt Mitarbeitern – Interessenten für Grundbesitz gesucht

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Einsam und verlassen: Auf dem Firmengelände der Fuhrmann Schaum Industrie GmbH tut sich nichts mehr. Zu Hochzeiten verdienten dort 90 Menschen ihr Geld.

Wolfhagen. Offiziell ist die Fuhrmann Schaum Industrie GmbH schon seit dem 16. April geschlossen. Für die verbliebenen 67 Mitarbeiter, die noch beim Ausverkauf der Restwaren sowie Maschinen und Geräte behilflich waren, endet ihre Zeit bei fsi am 31. Juli.

„Zu diesem Datum werden alle noch bestehenden Arbeitsverhältnisse gekündigt“, sagt Rechtsanwalt Frank Ziegler aus Kassel, der das Insolvenzverfahren des Wolfhager Unternehmens abwickelt.

Keine Rettung mehr möglich

Ausschlaggebend für die Insolvenz war laut Frank Ziegler ein negatives Fortführungsgutachten der Unternehmensberatungsgesellschaft Carat Consult GmbH, das im März erstellt wurde. „Nach dieser Einschätzung war keine ausreichende Liquidität mehr gegeben“, so Ziegler. „Aufgrund der schlechten Prognose kündigten die Banken die laufenden Kredite und lehnten weitere ab.

Hauptgrund für die schlechte Finanzlage des Unternehmens waren die Produktionskosten in Deutschland. Es sei schlichtweg zu teuer gewesen, den Schaumstoff im Inland herzustellen. Dann habe die Geschäftsführung entschieden, einen Teil der Produktion nach Polen zu verlagern. Leider zu spät. Die Einsparungen haben sich nicht schnell genug auf die Finanzen der Firma ausgewirkt.

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat es laut Ziegler mehrere Gespräche mit Interessenten gegeben, die Betriebsteile übernehmen wollten. Allerdings seien alle Verhandlungen gescheitert, da den potenziellen Käufern das arbeitspolitische Risiko zu hoch gewesen sei. „Bei Übernahme von einzelnen Betriebsteilen hätte sich natürlich die Zahl der Mitarbeiter reduziert. Da gab es seitens der Interessenten die Sorge, dass die anderen Mitarbeiter Anspruch auf einen Arbeitsplatz anmelden könnten. Eigentlich muss in solchen Fällen ein Sozialplan erstellt werden. Das war aber nicht möglich, da es keinen Betriebsrat gab“, so Ziegler weiter.

Ein Problem stellt nach Aussage des Rechtsanwalts nun die Verwertung des Grundbesitzes dar. Es gibt kaum Interessenten. „Mehrere tausend Quadratmeter stehen zum Verkauf.“ Foto: Archiv

Von Esther Husung

Quelle: HNA

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