Kirchlich-kommunale Jugendarbeit: Parlament beschließt, Vereinbarung aufzulösen

Künftig im Alleingang

Neukirchen. Am Ende einer zum Teil hitzigen Debatte stand es fest: Die Stadt Neukirchen kündigt der Kirche die gemeinsame Jugendarbeit. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und UBL beschloss am Donnerstagabend die Stadtverordnetenversammlung, aus der kirchlich-kommunalen Jugendarbeit auszusteigen. Demnach wird die Vereinbarung mit der Kirche zum Jahresende aufgelöst.

Zudem schloss sich die Mehrheit dem Vorschlag der UBL an, vor einer Ausschreibung ein entsprechendes Stellenprofil zu erarbeiten, dem wiederum das Parlament zustimmen muss. Außerdem wird der Magistrat beauftragt, für die Jugendarbeit geeignete Räume zur Verfügung zu stellen.

„Der kommunale Anteil an Jugendpflege hat nie den Anteil 50 Prozent erreicht“, begründete Bernd Grossmann (SPD) den Antrag seiner Fraktion. Jugendpflege in den Stadtteilen habe nicht stattgefunden, obwohl 42 Prozent der Jugendlichen in den Stadtteilen wohnten, kritisierte der Fraktionssprecher. „Allein das Angebot – wenn ihr mich braucht, müsst ihr mich rufen, dann komme ich – reiche nicht aus. Insgesamt sieht der SPD-Mann in der bestehenden Vereinbarung mit der Kirche den kommunalen Einfluss als zu gering an. Er verwies auf den bestehenden Vertrag. Demnach übe die Dienstaufsicht über die Jugendpflegerstelle ausschließlich die evangelische Kirchengemeinde aus.

Widerspruch aus der CDU

Dem widersprach Martin Theune (CDU). Es habe sich nie als nachteilig erwiesen, dass die Dienstaufsicht bisher nicht dem Magistrat oblag. Es habe immer Gesprächsbereitschaft gegeben und fast alles sei einvernehmlich im evangelisch-kommunalen Jugenausschuss behandelt worden. Der Antrag der SPD gehe am Bedarf vorbei. Er verwies nicht nur auf die demografischen Veränderungen, auch verbrächten die Jugendlichen immer mehr Zeit in der Schule

Seine Frage, wie sich überhaupt die Anteile an Jugendarbeit berechnen ließen, griff auch Wiebke Reich (FDP) auf. „Seit wann misst man pädagogische Arbeit in Prozent?“, fragte sie den SPD-Sprecher. Es sei zu vermuten, dass die die Kritik personenbezogenen sei, sagte sie. Die Kündigung der Jugendpflegerin könne allerdings auch einen personellen Neustart bedeuten, „eine Chance für beide Partner“.

Mit einer Kündigung des Vertrages könne man eine andere Verhandlungsposition gegenüber der Kirche bekommen, meinte Holger Arndt (Bündnis 90/Die Grünen). Die Fehler alleine bei der Kirche zu suchen sei unredlich, sagte Ulrich Zulauf (FWG). Die Kommune hätte den Bedarf formulieren können.

Der Beschluss passierte mit 14 Ja- und 12 Nein-Stimmen das Parlament. Artikel unten

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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