In Kuhställen fehlen bald die Tierärzte

Dr. Günter Weber

Schwalm-Eder - Noch gibt es im Schwalm-Eder-Kreis mit 40 Tierärzten genug Mediziner für Klein- und Nutztiere. Doch das könnte sich in einigen Jahren ändern. Der Grund: Absolventen der Veterinärmedizin verdienen bei geregelten Arbeitszeiten mehr in Kleintierpraxen in der Stadt als auf dem Land.

Außerdem wird die Tiermedizin mittlerweile von Frauen dominiert, die in Kleintierpraxen Beruf und Familie besser vereinbaren können.Damit drohe in den ländlichen Regionen ein ähnlicher Mangel wie bei den Allgemeinmedizinern, wenn sich dieser Trend fortsetze, erklärte bereits Heiko Färber, Geschäftsführer des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte in Frankfurt.

Dr. Günter Weber

Sein Kollege Dr. Günter Weber, Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes, gibt für Nordhessen und den Schwalm-Eder-Kreis aber Entwarnung. „In unserem Landkreis gibt es in Sachen Tiermedizin noch immer eine flächendeckende Versorgung“, sagt der Tierarzt aus Wabern. Lücken gebe es aber bereits im Odenwaldkreis und in Mittelhessen.

Einem Mangel an Tierärzten auf dem Land könne man mit neuen Strukturen vorbeugen: Statt wie traditionell auch im Schwalm-Eder-Kreis in Einzelpraxen sollten sich Tiermediziner in Gemeinschaftspraxen engagieren. „Das ist das Zukunftsmodell“, sagt Weber. Solche Praxen machten geregelte Dienste und ausreichend Freizeit möglich.

Das sieht Dr. Bernd Wenk genauso. „Veterinärmedizin ist kein Geschäft mehr für Einzelgänger“, meint der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder. Die etwa 1000 Haupterwerbslandwirte im Landkreis seien aber noch gut versorgt.

Quelle: HNA

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