Musik, Theater und Kunst im Schlossgarten Loshausen

Siebter Kleiner Kultursommer: Kultur ganz lauschig

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Lange Beine, tolle Kostüme: Die Akteure von „Höhenrausch“ faszinierten mit fantasievoll-aufwändigen Ausstattungen, die aus einer anderen Welt zu kommen schienen.

Loshausen. Skurriles, Zauberhaftes, Magisches und Geistreiches bot sich am Wochenende den Besuchern im Schlossgarten Loshausen: Der Förderverein Schlosskultur hatte zum siebten Kleinen Kultursommer auf das lauschige Areal an der Schwalm eingeladen.

Schon zur Eröffnung am Freitagabend bot sich den Gästen ein entspanntes Ambiente. Gesäumt von altem Baumbestand reihten sich Zelte, Pavillons und Lichtinstallationen aneinander, allerorten bot sich die Möglichkeit zum Sitzen, alsbald erhellte ein Lagerfeuer den Abend. Überregionalen und regionalen Künstlern bot der Kultursommer eine sommerliche Plattform. Künstlerin Lilly Nikolic lud die Besucher ins Blockhaus ein: „Sawadee - meine Gedanken sind schneller als ich schreibe“ lautete der vielsagende Titel ihrer multimedialen Rauminstallation. In eindrucksvollen Bildern und Texten zeigte die Künstlerin 150 Postkarten aus Thailand, die eine Ärztin nach Deutschland sandte.

Lauschige Atmosphäre: Zum Kleinen Kultursommer gab es viel Programm im Schlossgarten.

Die Kartenwelt gab eindrucksvolle Einblicke in die thailändische Identität. Dazu befragte Nikolic Thailänderinnen, die in Deutschland leben. Die Frage nach der Identität und dem Sinn des Lebens hinterfragte auch Dekan Christian Wachter, den die Künstlerin für das Projekt gewann. Kaum waren Musik und Bilder verklungen, läutete ein Gong das Theaterabenteuer „Daumesdick“ ein.

Märchen in modern

Silvia Pahl und Klaus Wilmanns interpretierten in ihrer Inszenierung (Regie Stefan Ebeling) die Grimmsche Vorlage märchenhaft modern, bisweilen urkomisch, raffiniert und variantenreich. Fein gezeichnete Charaktere zauberten ein Lächeln nicht nur auf die Gesichter der jungen Zuschauer. Silvia Pahl verlieh Daumesdick ein zartes, aber bestimmtes Stimmchen, um nur Sekunden später in die Rolle der derben Magd zu wechseln. Klaus Wilmanns tobte sich in der Rolle des Wolfs mit Sonnenbrille wunderbar bizarr am Kontrabass aus. Mit deutschsprachigem Blues der Band ohne Name – ehemals „Kornpicker“ – klang der Abend süß, sinnlich, heiter bis tragisch aus.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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