Ergebnis langjähriger Arbeit

Die Kultur in Gudensberg wächst weiter

Gudensberg. Wenn der inzwischen deutschlandweit bekannte und geschätzte Kabarettist Max Uthoff („Die Anstalt" im ZDF) im Dezember ein Gastspiel im Gudensberger Bürgerhaus gibt, dann ist das kein merkwürdiger Zufall.

Es ist vielmehr das Ergebnis langjähriger Arbeit, die aus kleinen Anfängen den heutigen Ruf der Stadt als Spielstätte mit hochwertigen kulturellen Akteuren begründete.

„Die Qualität hat sich durchgesetzt“, sagt Monika Faupel, die seit 20 Jahren in der Stadtverwaltung treibende Kraft beim kulturellen Engagement ist. Was mal als zartes Pflänzchen begann, als die frühere Synagoge als Spielstätte neue Möglichkeiten eröffnete, ist zum stabilen Wald ausgewachsen.

Monika Faupel erinnert sich an karge Anfänge, wenige Zuschauer, große Risiken, aber der Mut auch zu ungewöhnlichen Angeboten und Aktionen wurde letztlich belohnt. „Inzwischen wird das Außergewöhnliche durchaus akzeptiert“, hat sie festgestellt.

Für eine weitere Festigung des kulturellen Angebots kooperiert die Stadt jetzt mit der Kultur-Agentin Frauke Stehl aus Kassel. Sie bespielt mit ihren Künstlern hauptsächlich das Theaterstübchen in der Kasseler Jordanstraße, inzwischen mit großem Erfolg, weicht mal ins Theater, mal ins Anthroposophische Zentrum, an die Universität Kassel - oder nach Gudensberg aus.

Stehl hat gute Kontakte zu vielen hochkarätigen Musikern, Kabarettisten und Künstlern, ist zudem immer auf der Suche nach passenden Spielorten. „Hier in Gudensberg bin ich auf fruchtbaren Boden getroffen“, sagt sie. Es gibt eine gute Tradition, erfahrene Mitarbeitern, viele auch ehrenamtlich. Professionalität und angenehme Atmosphäre mit persönlicher Note: Das gefällt der Profi-Agentin.

Einige ihrer Anregungen wurden auch schon umgesetzt. Das Kabarett-Programm für dieses Jahr etwa hat sie zusammengestellt, mit Größen wie Bodo Bach und Max Uthoff, aber auch lokalen Akteuren wie dem Schwarzenberg-Theater.

Organisatorisch gibt es Neues: Die Tickets werden über die Plattform www.adticket.de im Internet vertrieben (neben dem Verkauf im Bürgerbüro und über den HNA-Kartenservice), die Sitzplätze im Bürgerhaus sind jetzt nummeriert: Man hat seinen Stuhl sicher und muss nicht lange vorher die besten Plätze belegen.

Zum Kabarett ist Frauke Stehl über die Sauerländer Figur der Frieda Braun gekommen, die schon mehrmals in Gudensberg gastierte. „Die ist so gnadenlos gut“, sagt sie und fülle inzwischen große Hallen mühelos.

Auch Max Uthoff kennt sie schon lange. „Bei seinem Bekanntheitsgrad hätte ich sonst keine Chance auf ein Gastspiel im Bürgerhaus“, sagt sie. Gleichzeitig freut sie sich, mit dem Bürgerhaus-Saal über eine größere Spielstätte verfügen zu können. Denn einen weiteren Pluspunkt hat das Städtchen an der A 49: Es ist gut erreichbar, aus dem Umland wie auch aus Kassel.

Für Gudensberg hat sich das Wagnis, auf kulturelle Angebote mit Qualität zu setzen, ausgezahlt. Viele Besucher kommen zunächst nur deswegen, haben dabei aber die Chance, mehr kennenzulernen. Um wieder zu kommen. Für eine lebendige Stadt zu sorgen.

„Wir hatten den Mut, aber ohne politische Unterstützung wäre es nicht gegangen“, sagt Monika Faupel. Die Bürgermeister seit Paul Dinges hätten die Möglichkeiten erkannt, die Gremien Weitsicht bewiesen. Geld kostet es zwar auch (Kulturetat: 54.000 Euro, Zuschuss: nur 14.000 Euro), aber diese Ausgaben hätten sich längst bezahlt gemacht.

Kabarett im Bürgerhaus:

• 15. Februar, 18 Uhr, Schwarzenberg-Theater, Bürgerhaus;

• 22. März, 18 Uhr, Bodo Bach mit „Auf der Überholspur“, Bürgerhaus;

• 19. April, 18 Uhr, Anka Zink mit „Wellness für alle“, Bürgerhaus;

• 11. Dezember, Max Uthoff mit „Gegendarstellung“, Bürgerhaus.

Das komplette Frühjahrs-Programm von Frauke Stehl ist nachzulesen im Flyer und im Internet unter www.theaterstuebchen.de

Quelle: HNA

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